Hangwaage, einarmig Blockieren lernen, nur wie?
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Trainingslehre
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Kalle Demetz 


Beiträge: 3324
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Beitrag vom: 23.11.2013 - 00:49
Ich hab zum Glück keine Probleme mit der Schulter. Passe aber auf meine Knochen auch besonders auf. Mich hats einfach interessiert, ob spezielles Muskelaufbautraining für die Schulter der Vorbeugung vor Verletzungen dient.
Das mit den Knien kenne ich, deshalb fahre ich kaum Rad (und wenn, dann nur relaxed). |
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Anna Witt 


Beiträge: 985
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Beitrag vom: 23.11.2013 - 11:02
Also, das mit der Schulter ist ein wenig komplizierter:
Sicherlich ist es immer gut, eine kräftige und gleichmässig trainierte Rotatorenmanschette zuhaben. Das schützt dich aber nicht davor, dir eine Zerrung oder einen Riss derselben zu zu ziehen. Auch Kalk durch abgelaufene Entzündung, eine Arthrose oder eine Enge unter dem Schulterdach lassen sich dadurch nicht unbedingt verhindern.
Mein Tip:
- gutes Aufwärmen vor radikalen Züge
- keine unkontrollierten Dynos in die nicht angespannte Schulter
-bei Schulterschmerzen sofort Pause und Physio
Das Problem an der Schulter ist, dass nach ein kleinen Verletzung (z.B Zerrung) oft die ganze Rotatorenmanschette zum Schutz des Gelenkes die Spannung erhöht. Die Schulter wird dicker und härter. Es kommt zu Reizungen bis kleinen Entzündungen und Dysbalancen. Die Schulterschmerzen werden immer schlimmer. Wenn man dann erst mit der Physio anfängt, dauert es viel länger.
Bei ernsthaften Verletzungen würde ich sofort zum Schöffel gehen. Der macht wenigstens sofort ein MRT und ein Sono. Sehenenrisse bedürfen halt oft der schnellen Therapie.
Ansonsten ist es gut zu wissen, dass Orthopäden mit einer Schulterarthroskopie viel Geld verdienen und die Risiken (Infektion, Narkose in sitzender Positionen) gerne verschweigen. Holt euch also IMMER eine Zweitmeinung, am besten von einem im Krhs angestellten OA, der finanziell nicht wirklich von einer OP profitiert.
Das war jetzt natürlich nur eine verkürzte Ausführung.
Für weitere Infos empfehle ich Fachliteratur. |
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Martin Grulich 


Beiträge: 1067
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Beitrag vom: 23.11.2013 - 20:56
Hallo Anna,
danke für Deinen aufschlussreichen Beitrag!
Mein Fehlverhalten war wahrscheinlich:
"Unkontrollierte Dynos in die nicht angespannte Schulter" vor allem in Quergängen
und
einseitiges "vertikales" Schulterzugtraining.
Werde da jetzt mit mehr Sachverstand rangehen
Gruß Martin |
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Richie Bauer 


Beiträge: 187
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Beitrag vom: 03.04.2014 - 09:20
Ich würd mich da nicht so sehr aufs Krafttraining fixieren. Wenn Du viel und gut kletterst, auf Körperspannung achtest und nur begleitend Krafttraining machst, dann wirst Du die Hangwaage irgendwann von alleine schaffen.
Und worauf geht es eigentlich an? Dass Du die Hangwaage kannst oder besser beim Klettern wirst? Wenn jemand die Hangwaage kann, aber die Körperspannung nicht an die Wand bekommt, bringt das sicher nichts fürs klettern |
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Axel Westermeier 


Beiträge: 164
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Beitrag vom: 03.04.2014 - 10:13
Das triffts genau 
90 Prozent Techniktraining. Sauber Treten und Tritte auch wirklich belasten, eindrehen, Körperschwerpunkt etc. Das bringt Dich wirklich weiter.
Krafttraining nur in soweit, dass Du die Technik sauber ausführen kannst. Ausdauertraining kann aber nicht schaden (Touren spulen). |
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Andi Müller 

Beiträge: 25
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Beitrag vom: 03.04.2014 - 11:50
Ich hab mir vor kurzem folgende Übung abgeguckt: http://youtu.be/x84xrH3oUsU?t=4m35s
Ich erhoffe mir dadurch anzueignen, in Zukunft Griffe seltener dynamisch anschnappen zu müssen, und meine Finger so besser zu schonen; hab aber keine Ahnung, ob die Rechnung aufgeht. Nach der ersten Trainingssession ist mir allerdings aufgefallen, dass die Übung (zum Glück!) nicht nur den Bizeps beansprucht, sondern auch den unteren Rücken, seitliche Bauchmuskeln und interressanterweise auch den Biceps Femoris (dieses Ding da am Oberschenkel).
Interessanter Satz von Guido Köstermeyer:
- Training, selbst wenn es eine mögliche Leistungsressource verbessert, führt nicht automatisch zu einer verbesserung der kletterleistung.
- Auch ohne die verbesserung einer im Training angestrebten Leistungsressource, kann es zu Leistungsverbesserungen kommen.
(Peak Performance 2008, S. 26 f)
Für mich selber aber weiß ich, dass mein derzeitiges Hauptproblem 100%ig nichts körperliches ist, weil ich momentan in Routen, die einen ganzen französischen Grad (und zwar die Zahl und nicht der Buchstabe!) unter meinem Rotpunktniveau liegen, rumzittere wie die letzte Anfängerin. Aber wie soll man sowas trainieren??? Bei der körperlichen Fitness anzusetzen ist halt immer leicht... |
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Kalle Demetz 


Beiträge: 3324
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Beitrag vom: 03.04.2014 - 12:05
Ein guter Satz von Guido 
Ich denke, man muss immer am schwächsten Glied arbeiten, denn das limitiert das Kletterkönnen. Die Frage ist nur, warum ist das schwächste Glied das schwächste Glied? Weil es meist das ist, was am wenigsten Spaß zum trainieren macht, am unangenehmsten ist oder man es schlichtweg nicht für wichtig hält. Auf jeden Fall wird es vernachlässigt
Fehlende Kraft ist immer am offensichtlichsten und wird daher meistens trainiert. So lange aber andere Schwächen dominieren bringt das nicht den gewünschten Erfolg.
@Katrin: In Deiner Situation hilft nur ganz viel im Comfortbereich klettern und Sicherheit aufbauen. Auch Sturztraining im Comfortbereich (also kurze, weiche Stürze) bringen da was. Und nicht stressen oder übermotiviert in schwere Touren einsteigen, das verstärkt meiner Meinung nach nur das Problem. |
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Thomas Zilch 


Beiträge: 293
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Beitrag vom: 03.04.2014 - 12:52
Diese psychichen Probleme können doch im Frühjahr ganz normal sein, ja können doch auch unter dem Jahr normal sein.
Mach dir doch keinen Druck, klettere solange es Spaß macht, mach mal was anderes und die normale Form kommt bestimmt bald wieder. Up and downs sind doch völlig normal und kein Grund zur Sorge  |
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Martin Grulich 


Beiträge: 1067
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Beitrag vom: 03.04.2014 - 12:59
Kann da Kalle nur beipflichten. Wenn man das schwächste Glied stärkt, bringt das grundsätzlich am meisten.
Als ich vor 2 Jahren wieder richtig mit dem Klettern angefangen habe, fehlte mir vor allem das Gefühl für´s Klettern, für den Fels, für´s Stehen und für´s weich Greifen. Ich habe dann eine Zeit lang ca. 2x pro Woche den Schaumschläger (7-, 35m) mit der Klemme geklettert. Mal schnell, ohne groß zu gucken, mal langsam, mit Schwerpunkt Stehen und weich greifen. Das ging so weit, dass ich auch mal im Seil gehängt habe, weil mir die Füße oder die Hände abgerutscht sind.
Bis vor Kurzem war mein Schwerpunkt Topropeklettern. Jetzt wollte ich dann aber auch bis an die Grenze vorsteigen. Also blieb mir nichts anderes übrig, als mal wieder ins Seil zu springen. Leider wurde ich hier öfters schlecht gesichert, was natürlich Sturzangst aufbaut.
Und was macht man, wenn das schwächste Glied nicht Du selber bist, sondern der Sicherungspartner? Man bespricht alles, was einem nicht passt und übt das dann auch so lange, bis man volles Vertrauen hat.
Zum Beispiel gestern so geschehen:
Mein Partner glaubte, dynamisch sichern zu können, was aber nicht zutraf. Nach einer halben Stunde intensivem Sturztraining war uns beiden geholfen. Er kann jetzt soweit dynamisch sichern, dass ich mich jetzt bedenkenlos von ihm sichern lassen kann und für mich war´s auch ein gutes Sturztraining
Gruß Martin |
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Martin Grulich 


Beiträge: 1067
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Beitrag vom: 03.04.2014 - 13:02
...und wie Thomas sagt - locker bleiben oder wieder locker werden
Gruß Martin |
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