Klettern - Spiel ohne Spielregeln ?
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Plauderecke
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Martin Grulich 


Beiträge: 1067
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Beitrag vom: 19.05.2016 - 16:28
Das wollen wird dann aber noch genauer wissen, was Du heute nachmittag so getrieben hast
War gestern auch beim Klettern. Habe getopropet, onsightet, rot und pink gepunktet. Am zufriedensten war ich mit meinem Topropealzheimerflash im 1. Versuch von "Ikebana". Durch den Speck ist die jetzt viiiel schwerer, als bei der Erstbegehung. Sollte die vielleicht mal bissl chippen . Oda muss ich da etz erst wen fragen . Na ja, die Cracks fragen ja auch keinen...
Gruß Martin |
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Anna Witt 


Beiträge: 985
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Beitrag vom: 19.05.2016 - 17:48
Vielleicht sollte man bei Routen wie bei Bouldern üblich die Startgriffe markieren. Dann würde ich den 2m-Männern immer schön niedrige Sitzstarts aufbürden. Ne, Spass bei Seite, eine Route fängt unten an und hört oben auf, sonst kommt immer ein Steinchen mehr dazu und irgendwann komme selbst ich dann eine 9b hoch!
Die Begehungsstile sind für mich seit ich viel boulder eh zweitrangig. Mich interessiert nur die Bewältigung der Felsschwierigkeit. Wenn man einen Begehungsstil proklamiert, dann aber bitte ehrlich. In ein paar Jahren gibts dann sowieso die Riesenairbags für Jedermann und keinen interessiert mehr ein Begehungsstil, zumindest wenn die Route nicht höher ist als AD! |
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Bernhard Thum 
Beiträge: 1
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Beitrag vom: 19.05.2016 - 23:28
Es gab viele gute Argumente in dieser Diskussion von unterschiedlichen Standpunkten. Ich möchte aber doch 2 Punkte hervorheben:
Konsens besteht ja offensichtlich darin, dass der Begehungsstil objektiv nachvollziehbar dokumentiert werden sollte. Dann kann sich jeder seine Meinung über eine Begehung bilden.
Ich möchte Martin Gräulich ausdrücklich recht geben bezüglich der Definition von Rotpunkt. Ich kann mich noch sehr gut erinnern, wie Wolfgang Güllich bei Wallstreet begründet hat, warum er diese Route nicht Rotpunkt, sondern en libre gemacht hat. Grund war die extreme Einzelstelle und dass er auf den Kraftverlust durch das Einhängen der Expressschlinge daher verzichten wollte. Das war ethisch in jedem Fall einwandfrei, zeigt aber auch, dass bis dahin die klassische Definition von Rotpunkt so gelebt wurde, allen voraus von Wolfgang, der damals eindeutig der Vorreiter war.
Ein Wort zu Kurt (leider ist er auf dieser Erde nicht mehr unter uns): Kurt war ein sehr toleranter Mensch, vielleicht hat er sich angesichts eines sich wandelten Begehungsstils auch deshalb so geäußert. Als er die roten Punkte an die ehemals technisch gekletterten Routen malte, war ihm vor allem wichtig, dass die künstlichen Hilfsmittel weg gelassen wurden. Zu dieser Zeit erschien das legendäre Magazin Boulder, und wenn mich nicht alles täuscht, wurden darin die Definitionen Rotpunkt (alles selber einhängen), Rotkreis (Schlingen dürfen hängen, nach Sturz zurück zum letzten No hand rest), Rotkreuz (=frei geklettert aber toprope) definiert. Ich muss mal nachschauen, ich habe die Ausgaben noch irgendwo archiviert.
Ich war in dieser Zeit sehr aktiv, und jeder, den ich kannte, hat sich an diese Definitionen gehalten.
Pinkpoint gab es zu dem Zeitpunkt in Deutschland noch nicht.
International anerkannt waren diese Regeln aber nie! Das war ebenso länderspezifisch wie es die Schwierigkeitsskalen sind.
Jenseits der Details:
In den 80er Jahren wurden in einem der einschlägigen Magazine namhafte Kletterer zum perfekten Bewegungsstil befragt.
Norbert Sandner antwortete damals sinngemäß: »Zweifelsfrei free solo onsight«.
Eine bedenkenswerte Option 
Viele Grüße und eine schöne Zeit am Fels,
Bernhard |
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Hartwig Pudzich 


Beiträge: 142
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Beitrag vom: 20.05.2016 - 08:32
Danke Bernhard :)
Das Wolfgang Güllich das sehr exakt genommen hat sieht man ja schon an den Einträgen in seinem Routenbuch und wie er das kommuniziert hat (zu sehen z.B. in der Biographie von Tillmann Hepp, und wg. der Wallstreet in einer uralten Rotpunkt ;) die ich noch zu Hause rumliegen habe, wo die Wallstreet als Markstein vorgestellt wurde).
So zum Thema was ich gestern geklettert habe.
2x rotpunkt als Warm-up (Taumel der Triebe 8-, Inkognito 9-).
Dann den Sektor gewechselt und eine 8 rp (Skyline in der Hölle) und eine cleane Route Fegefeuer 8- rp - MIT LEGEN .
Danach noch ein wenig in meinem Jahres Projekt gespielt.
Grüße
Hartwig |
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Martin Grulich 


Beiträge: 1067
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Beitrag vom: 20.05.2016 - 20:17
Hallo Bernhard,
danke, dass Du Dich als Zeitzeuge der klassischen Rotpunktära hier so ausführlich geäußert hast
Hallo Hartwig,
ich gehe davon aus, dass Deine Rotpunktbegehungen ohne Vorhängen, Vorklippen und Einstiegshilfen stattgefunden haben. Bei Deinem Nachmittagsprogramm kann man neidisch werden
Gruß Martin |
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Martin Hagn 


Beiträge: 809
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Beitrag vom: 24.05.2016 - 07:58
aber hat nicht jedes gebiet seine eigenen regeln?
die spanier steigen auf bäume und die ossis ihre baustellen |
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Martin Grulich 


Beiträge: 1067
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Beitrag vom: 24.05.2016 - 19:41
Man kann ja eigene Regeln haben. Aber man kann das dann eben nicht Rotpunkt nennen. In Sachsen darf man sogar an jedem Ring ruhen, wenn man an jedem Ring Stand macht. Es ist auch Schwebesicherung erlaubt. Die nennen das dann aber nicht Rotpunkt sondern sprechen von "freiem Klettern".
Gruß Martin |
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Anna Witt 


Beiträge: 985
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Beitrag vom: 24.05.2016 - 20:38
Natürlich, nicht nur jedes Gebiet, jeder Kletterer darf seine eigenen Regeln haben und, wenn er will, darf er Toprope auch Solo und Onsight Toprope nennen, klar darf er das.
Eine gemeinsame Sprache und gemeinsame Definitionen dienen letztendlich nur der Vergleichbarkeit, und die brauchen wir beim Klettern eigentlich nicht.
Wenn man sich aber vergleichen möchte, geht das nur mit möglichst differenzierten Definitionen. Da Rotpunkt heutzutage nur noch "irgendwie geklettert" heisst, kann man den Begriff auch gleich ganz weglassen. Bleiben wir halt bei " frei geklettert ohne zu ruhen" und nennen dann noch die Hilfsmittel wie Kletterschuhe, Chalk und womöglich Kneepads oder Risshandschuhe dazu.
Den Begriff "Rotpunkt" kann man doch heutzutage wegen Totalaufweichung und oft mehr Toprope als Vorstieg oder nur Teilbegehung in die Tonne kloppen. Ähnlich ist es mit Begriffen wie "onsight" und "flash". Und noch lustiger sind Begriffe wie "1.Versuch".
Aber vielleicht ist es gut, dass nichts mehr vergleichbar ist. Dann geht es hoffentlich bald wieder mehr um das Spiel mit dem Fels und keiner interessiert sich mehr für 8a.nu oder Olympia. |
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Martin Hagn 


Beiträge: 809
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Beitrag vom: 25.05.2016 - 08:07
Dann kann man ja zu jeder Route ein Datenblatt abgeben :) |
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Alexander Marg 

Beiträge: 4
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Beitrag vom: 25.05.2016 - 09:12
Mein Vorteil ist, dass ich in Schwierigkeitsbereichen unterwegs bin, wo es überhaupt keine Rolle spielt und meist eh keine Exen oder mobile Sicherungsmittel vorgehängt sind |
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