Klettern - Spiel ohne Spielregeln ?
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Plauderecke
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Martin Grulich 


Beiträge: 1067
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Beitrag vom: 17.05.2016 - 23:35
Wenn man sich die Tubes im Internet anschaut, startet Chris Sharma von einem Stein und Alex Megos von 4 Steinen. Das kann sogar ein Hobbykletterer erkennen. Von wieviel Steinen Adam Ondra startet, wird auf dem Video nicht gezeigt. Wir sind also mittlerweile klamm und heimlich in der Steinzeit angekommen
Gruß Martin |
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Ingrid Kraus 


Beiträge: 51
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Beitrag vom: 17.05.2016 - 23:43
Ich weiß das jetzt nicht, aber gabs in Spanien schon mal Rotpunkt? War das damals europaweit Standard oder nur in Deutschland? Denn die Definition von Rotpunkt ist doch relativ klar, da gelten weder vorklippen noch Hilfsmittel.
Wenn international irgendwie geklettert wird, dann war die Begehung doch in Ordnung. Irgandwie zumindest... |
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Chris Schmuck 


Beiträge: 70
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Beitrag vom: 17.05.2016 - 23:48
Ob Hobbykletterer oder Profi - es gibt Spielregeln, an die sollte sich jeder halten. Insbesondere, wenn er mit seinen Begehungen an die Öffentlichkeit geht.
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Dominik Gail 


Beiträge: 49
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Beitrag vom: 18.05.2016 - 09:03
Ich sehe es genauso. Aber eine Kletterethik im Sinne des Freiklettergedankens gibt es doch eh schon lange nicht mehr. Wenn die Tour zu schwer ist, dann werden halt Griffe geschlagen. Wenn man einen Haken nicht clippen kann, dann hängt man halt das Seit vor. Oder man baut sich Steinmanderl. Und wer weiß, wo sonst noch getrickst wird.
Mein Respekt vor der Kletterelite hält sich da echt in Grenzen (nicht bzgl. deren Kletterkönnen, sondern deren Einstellung zum Sport und zu Regeln) |
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Randolph Möllenberg 


Beiträge: 47
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Beitrag vom: 18.05.2016 - 19:04
Das Problem ist denke ich eher das Kletterethik und Begriffsdefinitionen immer lokal spezifisch sind. Es ist zum Beispiel auffälig, dass das Thema in englisch sprachigen foren (z.b. http://www.ukclimbing.com/forums/t.php?t=641217), etwas anders betrachtet wird. Und in der spanischen Kletterszene ist es vielleicht noch nicht mal diskussionswürdig.
Dagegen haben wir in Deutschland einen strengen Rotpunkt Begriff, sodass Abweichungen davon, die im Highendbereich absolut üblich, sind kritisch betrachtet werden. Hängt vermutlich damit zusammen, dass sich in Deutschland das Sportklettern stärker aus den Alpinklettern entwickelt hat und daher Sachen wie Vorklippen, Exen selber einhängen als wichtig angesehen werden. Genauso gibt es in Franken auch Routen, bei denen das Vorklippen des 2. Hakens defacto bedeutet das ein reiner TopRope ist, da es sowieso nur 2. gibt. Dagegen macht in Spanien vielleicht bei einer 40m, die perfekt mit 20 Bohrhaken abgesichert keinen großen Unterschied, ob ich die ersten 2 Haken vorgeklippt habe oder nicht.
Am Ende ist es denke ich nur fair, das man dokumentiert, wie man eine Route geklettert hat. Das hat Alex gemacht, ansonsten hätte wir die ganze Diskussion nicht. Dann kann sich jeder selber ein Bild davon und die Leistung entsprechend bewerten.
Die einzige andere Alternative, das man von IFSC international verbindliche Sportkletterregeln definiert, und eine Route nur dann als geklettert gilt, wenn es unter der Aufsicht eines offiziellen Schiedrichters geschehen ist |
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Chris Bauer 


Beiträge: 322
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Beitrag vom: 19.05.2016 - 08:06
Genau Tina, der 2,45m Mann hatte nicht am Einstieg die 11b+ Stelle sondern oben an einer kleinen Leiste, da hatte er mit seinen 140kg große Probleme.
Ich verstehe nicht warum Einstiegsboulder so diskriminiert werden, ist es so schlimm sich gleich mal am Einstieg zu quälen wo ein anderer einfach hochlangt.
Legt ihr euch mitten in der Tour bei einen Längenzug auch Steine hin?
Klar kann man es wie der Flipper machen und eine 2m Passage mitten in der Wand geil finden und klettern, aber der Flipper hat das dann auch nicht als Route verkauft.
Irgendwie hochgekommen ist wohl der neue Begehungstil der Stunde, nur eintragen will es sich so keiner.......... |
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Tina Fraunholz 


Beiträge: 238
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Beitrag vom: 19.05.2016 - 09:03
... der 2,45m Mann konnte einfach nicht wirklich gut klettern....
Nachdem wir uns ja fast alle einig sind, dass die Schwierigkeit der Route wohl nicht am Einstieg ist.....
Ist es mir lieber ich seh eine Alex Megos in der Route die tatsächliche Schwierigkeit klettern, als ich seh ihn nicht nur weil er an den Einstiegsgriff nicht kommt....
Wenn hier wegen Erosion in 20 Jahren nur noch mein 2,45m Mann an den Startgriff hinkommt, soll die Tour dann aufgewertet werden oder nie mehr beklettert? Und was ist wenn hier der Wind immer mehr Sand hinweht und Lynn Hill an den Startgriff kommt?
Es wird doch alles offen gezeigt bei Megos, dann sollen doch bitte die diskutieren, die das dann wirklich beurteilen können. Mir nimmt Megos nichts weg auch wenn er damit Geld verdient und man über einen astreinen Rotpunkt diskutieren mag...
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Richie Bauer 


Beiträge: 187
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Beitrag vom: 19.05.2016 - 09:15
Zitat: Ist es mir lieber ich seh eine Alex Megos in der Route die tatsächliche Schwierigkeit klettern, als ich seh ihn nicht nur weil er an den Einstiegsgriff nicht kommt....
Nein, da sind wir uns nicht einig. Mir ist es lieber, ich sehe einen Alexander Megos eine Tour regulär zu klettern oder ehrlich zuzugeben, dass (zumindest der Einstieg) zu schwer ist. Also, lieber etwas leichter, aber halt ehrlich.
Es geht hier einfach um die Einstellung, die sich bei den Kletterern (vor allem den Cracks) breit macht. Es werden Steinmännchen gebastelt, Haken vorgeklippt, Griffe geschlagen oder geklebt, zu große Griffe entfernt etc. Der nächste Schritt sind dann Doping - super. Klettern ist auf dem besten Weg dahin zu kommen, wo der Radsport jetzt bereits ist. Da bauen sie inzwischen Hilfsmotoren mit ein 
Und das nur, um den Schwierigkeitsgrad irgendwie in die Höhe zu schrauben und letztendlich Sponsorengelder zu kassieren, die dann wiederum vom Verbraucher gezahlt werden.
Ich finde diese Entwicklung einfach nicht gut und sie hat meiner Meinung nach auch nichts mit dem Freiklettergedanken zu tun. |
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