Seilführung, wie gelehrt?
Kletterforum ->
Sicherungstechnik
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Chris Schmuck 


Beiträge: 70
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Beitrag vom: 25.02.2013 - 11:00
Trainer ist nicht gleich Trainer. Warum sollte ein Trainer, der Kindergeburtstage oder Anfängerkurse macht, 8er klettern können.
Jemand, der Technikkurse gibt, sollte die gelehrte Technik natürlich selber beherrschen. Wenn man aber bedenkt, dass 10mal so viele Personen Anfängerkurse machen, wie Technikkurse, braucht man auch nicht so viele gute Kletterer als Trainer.
Und letztendlich muss man sagen, dass die meisten Trainer ehrenamtlich tätig sind, da die Kurse von Vereinen veranstaltet werden. Die bezahlte Gage trägt vielleicht die Unkosten, das benötigte Material und mit viel Glück reicht sie noch für ne Pizza. |
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Anna Witt 


Beiträge: 985
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Beitrag vom: 25.02.2013 - 11:55
Wenns nur ums Sichern geht, reicht ja auch nen 4er Kletterer.
Das ist wahrscheinlich eine Frage der Definition des Wortes Trainer. Für mich ist einer Trainer jemand, der in allen Bereichen des jeweiligen Sportes trainieren kann. Ich hab noch nie gehört, dass jemand im Fussball nen Trainerschein macht, der ein halbes Jahr Fussball spielt, selbst wenn er mega begabt ist. Ein halbes Jahr reicht ja definitiv locker, um die Bed. für nen Trainer C zu erreichen. Und nach einem Jahr werden viele dann auch zugelassen.
Die Ausbildungsinhalte für nen C Trainer beinhalten halt auch viel Technik und das führt dazu, dass die dann meinen, sie könnten Technikkurse geben.
Was ihr beschreibt, würde ich als Sicherungseinweiser, Einsteigerkursgeber oder Wandbetreuer bezeichnen. Halt jemand, der die einfachen sicherungsrelevanten Techniken beherscht und weitergeben kann.
Übrigens, jemand der alpin sicher 6er klettert, hat im allgemeinen ne saugute Technik. Da gibt es dann doch auch nen Trainer für alpines Klettern,oder?
Aber seis drum, der DAV wird schon wissen was er tut, um seine Hallen zu füllen. |
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Kalle Demetz 


Beiträge: 3324
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Beitrag vom: 25.02.2013 - 13:19
Trainer-C ist nicht gleich Trainer-C - die jeweiligen Bereiche geben die Qualifikation wieder. In sofern stimmt auch Deine Aussage zu Trainer-C nicht. Für welchen reicht ein halbes Jahr klettern? Welcher beinhaltet viel Technik?
Die alten FÜs heißen heute alle Trainer-C (Trainer-C Sportklettern, Trainer-C Hochtouren, Trainer-C Bergwandern etc.). Trainer-C Sportklettern 1. Teil ist beispielsweise der Wandbetreuer in Kletterhallen.
Und nochmal genau - welche Kompetenz hat ein Trainer-C? Ein Trainer-C darf im Auftrag eines Bergführers (im DAV oder den Naturfreunden das Lehrteam oder der Sicherheitskreis) deren Lehrmeinung vertreten und in deren Auftrag Kurse machen. Eigene Meinungen zu vertreten ist nicht im Sinne des Scheins.
Bergführer dürfen Kletterer nach eigenen Richtlinien ausbilden - hat nichts mit dem DAV etc. zu tun. Dann dürfen diese Kletterer im Auftrag des Bergführers Kurse machen.
Es ist also alles ein bisschen komplizierter...
P.S.: Und ganz so ist es auch wieder nicht, dass die Qualifikation eines Trainers so niedrig ist. Der Trainer-C Hochtouren dauert immerhin 3 Wochen und beinhaltet Inhalte, von denen sicher viele Kletterer noch nie was gehört haben... (auch wenn er nur nen 5er klettern können muss) |
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Markus M 

Beiträge: 52
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Beitrag vom: 25.02.2013 - 13:30
Zitat: Heiner Müller
ich halte es aber für statistisch höchst unwahrscheinlich, daß ein 6er kletterer all die angeführten punkte beherrscht, da ein 6er kletterer keine erfahrung haben kann, sonst würde er schwerer klettern. wer so viele stunden am fels verbringt, daß er erfahrung sammeln konnte, klettert schwerer als 6!
dafür gibt es natürlich 3 ausnahmen:
1. eine behinderung, die ihn ausbremst,
2. er ist früher schwerer geklettert (vergleiche 60-jährige fußballtrainer)
3. eltern oder partner, die seit jahren sichern, ohne zu klettern (eher seltener fall, wird aber immer mehr).
Also das ist ausgemachter Blödsinn.
Ich kenn einen ganzen haufen Leute die schwer klettern und vom Sichern und wirklicher Sicherheit keinen Dunst haben weil sie eben Boulder und Sportkletter Hampelmänner sind. Wie oft sind mir schon Strickmützensuperhelden untergekommen die sich irgendwie (mit Kraft genug für einen 10er) die 8er Routen quasi ohne Beine hochgehampelt haben und denen man die panische Sturzangst ablesen konnte und die sich das Seil regelmäßig so um die Beine wickeln dass ein Sturz garantiert Kopf voran enden würde.
Von solchen Leuten möchte ich weder Klettertechnik noch Sicherungstechnik lernen. Es gibt genug Leute die über den 6. oder 7. Grad nie hinauskommen die ich aber beim besten willen nicht als schlechte Kletterer bezeichnen würde.
Schau dich in den heutigen Boulderhallen um. Jeder zweite der einen schweren Boulder durchzieht hat eine beschissene Technik und die Kletterschuhe* nur an damit die Füße nicht schmutzig werden. Die finden dann draußen die dicksten Henkel nicht weil sie nicht Lila eingefärbt sind und Tickmarken dann Griffen die ich schon vom Boden aus sehe.
Von Sicherungstechnik will ich erst garnicht reden denn es sind meistens die coolen "Surferdudes" die glauben, dass man beim Grigri* nix mehr halten muss und beim sichern rauchen soll. |
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Kalle Demetz 


Beiträge: 3324
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Beitrag vom: 25.02.2013 - 14:46
Dazu nur ein Smily als Kommentar: |
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Anna Witt 


Beiträge: 985
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Beitrag vom: 25.02.2013 - 19:04
Hi kalle, ich sprach vom Trainer C sportklettern. Ich hab mir die Anforderungen mal durchgelesen. Da kenn ich aber viele, die die Schwierigkeit und mehr nach nem halben Jahr drauf haben.Und ich kenn z.B. eine, die den Trainer nach max nem Jahr gemacht hat. Die konnte halt gerade so die Anforderungen erfüllen. Und wie gesagt, ich hab schon oft so Kurse beobachtet und mich gewundert. Eigentlich sollte man doch nur noch lernen müssen, wie man Technik vermittelt und nicht selber erst beim Kurs Technik lernen.
Aber wie gesagt, soll der DAV doch machen was er will.
Meine persönliche Def. des Wortes Trainer ist wahrscheinlich einfach nur eine andere als eure. |
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Markus M 

Beiträge: 52
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Beitrag vom: 26.02.2013 - 09:29
Ich hab keine Ahnung wie der Modulaufbau bei euch in Deutschland aussieht. Aber die Leute die ich bei uns sehe die den "Übungsleiter" gemacht haben sind eine Zumutung.
Der Übungsleiter ist bei uns das Basismodul das man zuerst machen muss und da seh ich in den Hallen tlw. dann Burschen und Mädels denen man ansieht dass sie noch nie ausserhalb dieser Halle geklettert sind und wirklich sehr wenig Erfahrung haben. Sicherungstechnisch mangelhaftes Wissen und kletterniveau unter aller Sau.
Damit mein ich nicht den Schwierigkeitsgrad sondern die Art wie sie ihren niedrigen Schwierigkeitsgrad meistern, nämlich garnicht.
(anm. "Alter da liegen keine Zigaretten zum austreten auf den Griffen, steig mit den Zehen." hat einem mal ein alter Hase zugerufen. Ich hab mich totgelacht.)
Also durchaus genau das Bild das Anna im Kopf hat.
Ich hab diese Ausbildung und die 2 darauffolgenden Module übrigens durchlaufen und kenne die Anforderungen. Ich weiss was die Leute die einen solchen Kurs gemacht haben können. Die können nichts!
Wenn bei einer Ausbildung zu einem Übungsleiter "halten von Stürzen" extra angeführt wird in den Teilnahmevoraussetzungen dann kann man sich schon denken was das für ein Niveau ist.
Letztens durfte ich so einem ca. 18 jährigen Übungsleiter der ein wenig angeben wollte dabei zusehen wie er Solo am Seil aufstieg und alibihalber die Exen checken wollte (was sicher nicht SEINE aufgabe ist).
Der Idiot ist erst an der 6. Exe draufgekommen dass er am falschen, nicht fixierten, Seilstrang aufgestiegen ist. Hätte er sich einmal kurz ins Seil gesetzt wär er am Boden aufgeschlagen.
Den anderen Übunsleitern in der selben Halle schau ich regelmäßig dabei zu wie sie ihren Kursteilnehmern nicht zeigen dass man die Hand beim Tuber nicht obenhalten darf.
Es mangelt mMn an unterestem Basiswissen.
Die Anforderungen für die Gundmodule sind viel zu niedrig. Um den Übungsleiter zu machen muss man 5+ klettern können. Ich mein Hallo?? Ich bin wirklich nicht der Meinung dass man extreme Schwierigkeitsgrade meistern muss um anderen Klettern beizubringen aber 5+ ist einfach zu niedrig angesetzt. Da darf ich mich icht wundern wenn eine Handvoll idioten die seit 4 Monaten klettern diese Ausbildung schaffen. Im Hallenzeitalter ist es keine Seltenheit mehr wenn sportliche Neulinge an ihrem ersten Tag 7er oder gar 8er klettern.
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Christina Stölzel 


Beiträge: 185
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Beitrag vom: 26.02.2013 - 19:22
Weiß jemand, welchen Kletterschein man fürs therapeutische Klettern braucht? |
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Heiner Müller 

Beiträge: 39
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Beitrag vom: 28.02.2013 - 12:49
hallo, markus!
du hast geschrieben "das ist ausgemachter blödsinn"!
dabei hast du 2 dinge übersehen:
1. das wort statistisch, welches nicht 100%ig bedeuten soll
2. du hast einen umkehrschluß aus meiner stellungnahme herausgelesen, der da nicht drin stand.
wer so erfahren sichert, daß er sich als ausbilder eignet, klettert aufgrund seiner häufigen anwesenheit am fels statistisch gesehen schwerer als 6. nicht: wer schwer klettert, sichert immer gut!
daß das nicht der fall ist, hast du ja eingehend dargelegt und entspricht auch meiner erfahrung.
von kaderkids, die nebenbei rauchen u.ä. hatte ich ja hier an anderer stelle auch schon berichtet.
mal abgesehen davon sehe ich das so wie anna, daß einer, der gerade mal ein jahr klettert, die erfahrung, die man fürs sichern braucht, nicht wirklich haben kann. denn wenn man sich trainer schimpfen darf, sollte man doch viel mehr können, als ein paar knoten, den umgang mit einigen sicherungsgeräten und seil festhalten. und außerdem sollte ein trainer nicht nur rudimentäre techniken beherrschen, was zum guten sichern schon nicht ausreicht, sondern er sollte schon eine gewisse sonderstellung einnehmen durch besonders hohe sicherungserfahrung.
und das argument, daß das niveau nicht so hoch sein darf, weil man sonst nicht genug trainer bekommt, finde ich ziemlich gefährlich. das ist wie das abitur, daß immer leichter wird, weil wir mehr studierte brauchen. bringt aber nix, wenn die dann trotzdem nix wissen. |
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