Gewichtsunterschied zwischen Kletterer und Sicherer
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Sicherungstechnik
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Sebastian Huber 


Beiträge: 138
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Beitrag vom: 30.07.2011 - 08:49
Hallo,
das Thema wurde schon mal andiskutiert. Hier mal ein neuen Threat dazu.
Wie steht Ihr zu unterschiedlichem Gewicht zwischen Kletterer und Sicherer? Wieviel Kilo sind in Ordnung und welche Methoden verwendet Ihr, wenn der Unterschied zu hoch wird. |
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Kalle Demetz 


Beiträge: 3324
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Beitrag vom: 30.07.2011 - 21:09
Das kommt auf den Sicherungspartner an - ich hatte schon Mädels, die 20 Kilo leichter waren als ich und bei denen bin ich bedenkenlos ins Seil gesprungen (bei Eva in Rodellar war ich 5 Meter über dem Haken gestanden und bin nur so zum Spaß gesprungen!!!).
Andererseits hatte ich auch schon Seilpartner, die schwerer waren als ich und ich hätte alles getan, nur nicht ins Seil springen
Generell würde ich 10 Kilo Differenz als unproblematisch ansehen, darüber hängts einfach vom Kletterpartner ab. |
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Thorsten Wild 


Beiträge: 601
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Beitrag vom: 30.07.2011 - 22:36
Ich pflichte Kalle bei. 10kg Unterschied sind noch ok.
Bezüglich größeren Unterschieden kommt es tatsächlich sehr auf die Person an. Eine Bekannte und ich sind eine Zeit lang miteinander geklettert. Das waren es zwar ein paar Kilo mehr Unterschied aber nachdem ich bei einer eigentlich recht einfachen Route tatsächlich aus der Wand gerutscht bin (7m über dem Boden) und sie mich sauber hatte (auch wenn wir beide in der Luft hingen) und wie ein Pitbull auf keinen Fall das Seil los ließ hat es dann auch später mit dem Klettern gut geklappt.
Dennoch würde ich eigentlich einen größeren Gewichtsunterschied vermeiden wollen, da das Risiko doch definitiv größer wird. Denn man sollte sich einfach mal die reinen physischen Werte vor Augen halten:
Ein Kletterer (80 kg) stürzt 4 Meter. Die ausgegebene Seillänge beträgt 4 Meter. Bei diesem Sturzfaktor von 1 beträgt der Fangstoß kritische 7 KN.
Nun aber ein Kletterer mit 40 kg Körpergewicht: Sturzfaktor 1 . Der Fangstoß beträgt ca. 4,8 KN.
Also eine ganz andere Energie die beim Sichernenden ankommt. |
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Kalle Demetz 


Beiträge: 3324
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Beitrag vom: 30.07.2011 - 23:57
Da hast recht natürlich Recht. Aber wenn mich beispielsweise jemand mit nem Click Up sichert (das komplett zu macht), was soll groß sein. Den leichteren Sicherer ziehts halt 3-4 Meter hoch.
Wir haben mal bei einem Kurs nen Verrsuch gemacht und mich hat ein Trainer gesichert, der (damals) etwa 30 Kilo leichter war. Nch 3-4 Metern hatte er mich fast ganz abgebremst, aber ich bin dann noch ganz langsam weiter gerutscht, bis er auf meiner Höhe war.
Natürlich braucht man bei sowas einen Sicherer, der genau weiß, was er macht. |
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Michael Weigel 


Beiträge: 45
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Beitrag vom: 01.08.2011 - 13:53
Ich habe mal etwas von 20% Gewichtsunterschied als Grenze gehört. Im Zweifel würde ich da mal vom Gewicht des Leichteren ausgehen.
Ich (damals 68kg) habe mal einen Freund (102kg) Toprope gesichert. Beim Sturztraining habe ich ca 1,5 Meter Schlappseil ausgegeben und mich kräftig dagegen gestemmt. Geholfen hat es nichts. Er landete relativ sanft auf dem Boden (etwa so, als würde man von einem Stuhl springen) und ich hing 4 Meter über dem Boden. 34 kg, bzw. 50% Gewichtsunterschied sind eindeutig zu viel.
Bitte nicht nachmachen! Wir haben uns damals langsam an die kritische Höhe herangetastet.
In den meisten Hallen liegen Sandsäcke herum, die man am Gurt befestigen kann. Aus eigener Erfahrung gebe ich euch den Tipp: Wenn es am Gurt hinten eine entsprechend stabile Schlaufe gibt, dann macht den Sandsack hinten fest. Vorne pendelt einem der Sack unangenehm zwischen die Beine, wenn man hochgelupft wird. (getestet mit ca. 3 Meter Sturzhöhe bei 30kg Unterschied)
Draußen kann sich der Sicherer mit einer Bandschlinge o.ä. an einem Baum oder Felsblock festmachen. Bitte nicht direkt am Einstieg der Route, sonst klatscht der Sicherer bei einem Sturz hart gegen die Wand. Wenn man nach hinten abspannt, dann sollte der Sicherer seitlich stehen, weil er sonst eine Rotationsbeschleunigung erfährt. Optimal wäre eine seitliche Absicherung. Logisch, oder?
So steht es in den Lehrbüchern. Was ich mich frage ist: Kann die Bandschlinge dem Sicherer das Seil aus der Hand schlagen? Ich als Linkshänder würde einfach schauen, dass ich rechts von mir etwas zum festmachen finde und die Bandschlinge auch immer etwas unter Spannung halten. Als Sicherungsgerät* würde ich einen Halbautomaten verwenden, oder einen HMS und dabei immer beide Hände deutlich oberhalb der Bandschlinge halten. |
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Kalle Demetz 


Beiträge: 3324
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Beitrag vom: 02.08.2011 - 01:14
1,2 wären 20% Mehrgewicht des Kletterers
Haben das wirklich Kletterhallenbetreiber in ihren Nutzungsbedingungen stehen - hab ich noch nie gesehen. |
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Thorsten Wild 


Beiträge: 601
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Beitrag vom: 02.08.2011 - 06:52
Wenn du nach "Hallenordnung", "Kletterhalle" und "Gewichtsunterschied" googelst findest du einige Beispiele.
Wobei ich gerade noch mal schnell eine Stichprobe gemacht habe und mich nun korrigieren muss. Auf Anhieb habe ich folgendes gefunden:
1 Halle: Faktor 1,3
2 Hallen: 20 kg
1 Halle: 15 kg
3 Hallen: 10 kg
Wobei ich eine Faktorrechnung deutlich sinniger Halte, da es für einen 45 kg Sicherer einen deutlichen Unterschied macht ob sein Kletterer 13,5 Kg oder 20 kg wiegt, während ein 80 kg Sicherer z.B. über 10 kg Mehrgewicht nicht unbedingt schmunzelt, aber auch noch nicht gefährdet ist. |
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Sabine Fenske 

Beiträge: 25
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Beitrag vom: 05.08.2011 - 10:00
Ich bin auch ca. 50% leichter, als mein Kletterpartner. Ich habe ihn anfangs nur im Toprope mit Grigri* gesichert,was wirklich problemlos möglich ist. Später haben wir eine Vorstiegskurs beim DAV gemacht und da wurde auch auf unser spezielles Problem eingegangen. Wir klettern, mangels Zeit, meist in der Halle und ich nutze die Sandsäcke (meist 2)sowie ein ATC (im Vorstieg). Es gibt einiges zu beachten und gut zu überlegen, was den Standplatz betrifft(ist da natürlich nicht leicht wechselbar)sowie die Route an sich. Ich sichere relativ "eng" bis zur 4. Exe. Aber auch in der 3. Exe und darunter (kommt aber so gut wie nie vor) habe ich Stürze problemlos halten bzw. abfedern können. Ich denke, es kommt auch darauf an, ob und wieviel Übung man hat. Vor allem hat mir sehr geholfen, dass ich die Sandsäcke so kurz einbinde, dass sie stehen, somit werden erst die Säcke im Falle eines Sturzes hochgezogen und ich nur noch sehr gering und die Säcke baumeln mir in diesen Fällen nicht zwischen den Füßen, sondern hängen in Kniehöhe, somit kann ich mich dann problemlos den 1/2 m ablassen (viel mehr ist es meist gar nicht) und dann meinen Kletterpartner. Bezeichnend ist wohl, dass ich mich beim Klettern verletzt habe und nicht mein Partner |
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Thorsten Wild 


Beiträge: 601
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Beitrag vom: 05.08.2011 - 10:22
Natürlich gibt es durchaus Lösungen wie man große Gewichtsunterschiede ausgleichen kann. Doch ihr werdet immer wieder damit natürlich ein klein wenig zu kämpfen haben.
Besonders in der Kletterhallte funktionieren die von dir angesprochenen Lösungen natürlich sehr gut, während ihr im Outdoorbereich (ich weiß im Frankfurter Raum spärlich) nicht nur andere Lösungen finden müsst bzw. es z.B. bei einer Mehrseillänge schon recht kritisch werden kann.
Insgesamt ist es ein gewisses Sicherheitsrisiko was ihr beide eingeht...aber wie bei so vielen Sachen kommt es einerseits darauf an wer es macht (Qualifikation und Kontrolle) und andererseits ob es für euch beide ok ist. |
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