Standplatzbau
Kletterforum ->
Sicherungstechnik
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Jakob Froebel 
Beiträge: 9
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Beitrag vom: 25.06.2014 - 16:08
Moin,
mal vorweg: ich hab Kletterkurse (und Scheine) gemacht, war auch schön öfters draußen unterwegs, klettere bisher aber nur Einseillängen...
In der aktuellen Ausgabe der klettern-Zeitschrift ist ein Artikel über den Standplatzbau. Und wo ich den Artikel so lese, fällt mir aus dem Kurs (der schon mehrere Jahre zurück liegt) wieder ein: Standplatz immer mit mehreren Sicherungspunkten.
Ich habe das um ehrlich zu sein nie gemacht...
Das erste mal am richtigen Felsen (Franken Jura) gabs immer Sauschwänze (ich glaub so heißen die!?!). Da hab ich mein Seil immer durchgehängt und das Thema Standplatzbau irgendwie schon fast vergessen... Als ich dann die nächsten Touren immer in den Ith gemacht habe, gabs plötzlich wieder Ringe und ich habe halt an einem Ring meinen Platz gebaut. Es gab auch immer nur einen Ring, wie soll man da denn Redundanz herstellen?
Ich Frage mich nun: wie soll man bei nur einem Ring einen vernünftigen Standplatz bauen? Ist das nicht die Regel, dass es nur einen Ring gibt (hab irgendwie so das Gefühl)? |
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Chris Bauer 


Beiträge: 322
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Beitrag vom: 25.06.2014 - 18:39
Als Umlenker nur einen Haken zu verwenden ist eine deutsche Besonderheit, fast überall sonst findest du als Umlenkung zwei Fixpunkte. Es läßt sich sicher darüber streiten was nun besser ist.
Standplatzbau ist aber eher ein Mehrseillängenthema und hier geht es meiner Meinung nach mehr um Stände aus Normalhaken, Keilen, Sanduhren.... da sollte man dann normal schon über mehr als einen Fixpunkt verfügen.
Grundsätzlich ist es sicher nicht verkehrt sich mal mit dem Thema Bohrhaken zu beschäftigen, da gibt es auch alle Facetten - der Klassiker sind rostende Laschen in Meeresnähe. Habe auch schonmal eine Umlenker mit der Hand gezogen.... |
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Jakob Froebel 
Beiträge: 9
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Beitrag vom: 25.06.2014 - 20:13
Mag sein das es bei Mehrseillängen mehr ein Thema ist. Ich hab mich aber auch im Ith in 20 Meter Höhe gefragt, ob das "sicher" ist, dass ich mit meiner Bandschlinge in nur einem Ring hänge... Okay, wenn der Ring dort dann rausbrechen sollte fangen mich immer noch meine Exen, aber was mache ich zB wenn ich beim Ablassen das Seil aus den obersten Exen geholt habe und dann der Ring bzw der Bohrhaken über den ich umlenke rausbricht? |
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Anna Witt 


Beiträge: 985
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Beitrag vom: 25.06.2014 - 21:12
Dann machst du wahrscheinlich nicht mehr viel!
Gerade im Ith kann das ganze aber auch dann schon tödlich enden, wenn du drunter noch ne Exe drin hast.
Wie Chris schon gesagt hat: Du musst dich, willst du sicher sein, erkundigen, was du dort für Haken hast, welches Material, wie tief, welcher Kleber etc... und was was hält. Ausserdem musst du in der Lage sein, zu entscheiden, ob der Umlenker in solidem Fels sitzt. Wenn der Haken mit Fels kommt, bringt es dir auch nichts.
Es ist immer die Verantwortung des einzelnen Kletterers, zu prüfen und zu beurteilen, ob die fix im Fels verankerten Sicherungspunkte vertrauenswürdig sind oder nicht.
Ansonsten bleibt nur Abklettern...
Am Umlenker kannst du theoretisch zum Topropen einen "Standplatz" bauen, aber was hilft das? Du musst ihn ja zum Ablassen wieder ab bauen. Ausserdem verlässt du dich beim Klettern ja auch ständig auf nur einen Haken, denn oft würde der vorletzte nichts mehr retten.
Also bleibt: Lesen und fragen, Wissen anhäufen und selber beurteilen. |
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Kalle Demetz 


Beiträge: 3324
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Beitrag vom: 25.06.2014 - 21:24
Bei Umlenkern in Sportkletterrouten wird man fast immer dem Material vertrauen (müssen), das man dort vorfindet. Ein kritischer Blick ist auf jeden Fall empfehlenswert.
Ein geklebter Edelstahlhaken (Bühler etc.) ohne sichtbare Mängel ist in der Regel vertrauenswürdig.
Wenn man einen Umlenker absichern will (egal ob mit Schlingen oder Keile), dann müsste man immer Material hängen lassen.
Wenn ein Umlenker nicht vertrauenswürdig aussieht, dann einen alten Karabiner* spendieren, den man im vorletzten Haken hängen lässt.
Standplatzbau ist, wie Chris schon erwähnt hatte, in erster Linie ein Thema bei Mehrseillängenrouten. |
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Anna Witt 


Beiträge: 985
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Beitrag vom: 25.06.2014 - 21:40
Ja Kalle, Bühler sind meist vertrauenswürdig (, wenn sie nicht wackeln). Ich kenne allerdings einige Routen in Franken, bei denen der Umlenker-Bühler zwar sicher im Fels bleibt, aber der Fels nicht sicher am Fels.
Das Belassen eines Karabiners ist ein guter Tip, wird aber im Ith im Zweifel nicht unbedingt etwas bringen. |
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Kalle Demetz 


Beiträge: 3324
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Beitrag vom: 25.06.2014 - 22:33
Da hast natürlich Recht, dass der Fels kompakt und zuverlässig sein muss Ich meinte auch, Haken (und Fels) kritisch kontrollieren.
Das mit dem Karabiner* war als Notlösung gedacht und hängt natürlich von den Gegebenheiten ab. Im Elbsandstein wird der Karabiner* im vorletzten Haken auch nicht viel bringen... |
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Chris Bauer 


Beiträge: 322
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Beitrag vom: 26.06.2014 - 07:56
Im Elbsandstein gibt es normal keine Umlenker, da wird auf den Gipfel ausgestiegen und irgendwo auf dem mehr oder weniger großen Gipfelplateau findet sich ein Abseilhaken. Manchmal gibt es eine Nachholöse, aber nur wenn sich kein Standplatz bauen läßt. Wobei der Standplatzbau meist recht "einfach" von statten geht |
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Kalle Demetz 


Beiträge: 3324
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Beitrag vom: 26.06.2014 - 08:44
stimmt, war ein schlechtes beispiel. ich wollte mich auf den vorletzten haken beziehen, sprich, dass der umlenker nicht zu weit vom vorletzten haken entfernt sein sollte |
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Chris Bauer 


Beiträge: 322
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Beitrag vom: 26.06.2014 - 09:00
War schon klar .
In Franken wird es da ja meist auch schon eng, weil viele Klapfen ja gerade 10-15m haben.
Wie Anna ja schon erwähnt hat würde man Ausbruch eines Zwischenhakens meist auch schon im Dreck liegen und auf einen Zwischenhaken kommt viel mehr Last.
Die Angst vor ausbrechenden Umlenkern ist recht verbreitet, wobei ich mich in Franken an keinen Fall erinnern kann. |
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