Am Fuße des Langkofels findet man die Steinerne Stadt. Zahlreiche Felsblöcke, die am Ende der letzten Eiszeit vor mehr als 100.000 Jahren bei gewaltigen Felsabbrüchen entstanden, bieten über 200 Touren vom 3. bis zum 9. Schwierigkeitsgrad.
Zum Sellajoch fährt man am Besten über den Brennerpass bis zur Ausfahrt Val Gardena, Klausen, Grödnertal. Von hier aus geht es dann noch 30 Minuten über St. Ulrich, St. Christina und Wolkenstein bis man schließlich, viele Serpentinen später, am Sellajoch ankommt.
Der gewaltige Langkofel fällt sofort ins Auge und läßt einem die Felsblöcke der darunter liegenden Steinernen Stadt glatt übersehen. Dabei haben diese mit bis zu 30m eine stattliche Höhe. Das Zurechtfinden ist am Anfang gar nicht so einfach, da es zwischen den unzähligen Felsen schnell unübersichtlich wird. Am Besten Anfangs auf den großen Wegen bleiben, bis man sich einen ersten Überblick verschafft hat. Hilfreich ist hier auch ein Blick auf die Übersichtstafel, die direkt beim Refugio aufgestellt ist. Von hier gelangt man in 5-10 Minuten zu den Felsen.
Im Folgenden stellen wir Dir einige Felsen der Steinernen Stadt vor:
Ein kleines Massiv mit mittelschweren Routen ist "Sasso della Malaga". Durch die Ausrichtung nach Nord-Osten ist es besonders für heiße Sommertage zu empfehlen. Die Routen verlaufen an einer leicht überhängenden Kalkwand.
"Sasso delle Ortiche" bietet bis zu 20m lange Routen im Bereich 4-9. Da hier leichte und schwere Touren direkt nebeneinander liegen, ist dieser Block ideal für gemischte Gruppen. Die Ausrichtung ist Süd-Ost für die schwereren Touren und Nord-Ost für leichteren Routen.
Viele einfache Routen bietet der Sektor "Sasso della Palestra". Die Routen sind meist flach und bis zu 15 Meter lang. Besonders in den Vormittagsstunden hat man hier Sonne satt.
Einer der größeren Sektoren ist "Sasso Renato". Mit rund 40 Routen bietet er sportlich ambitionierten Kletterern Touren bis zum 9. Schwierigkeitsgrad. Die meisten Touren sind überhängend bis senkrecht, aber es gibt auch einige sehr einfache, flache Routen. Die Absicherung ist durchwegs gut mit Klebehaken.
Zwei weitere lohnenswerte Sektoren sind "Sasso spaccato" und "Settore Sella". Die leichten Routen des "Sasso spaccato" sind nach Süden ausgerichtet und senkrecht bis geneigt. "Settore Sella" ist die Nord-Ost-Seite des Blocks und bietet senkrecht bis überhängende Routen ab dem 7. Grad. Die Absicherung ist durchwegs gut mit Bohrhaken.
Der letzte Block, den wir hier vorstellen möchten, heißt "Sasso Gabriel". Hier findet der Kletterer 40 Routen, die größtenteils in den mittleren Schwierigkeitsgraden liegen. Mit knapp 30 Klettermetern ist "Sasso Gabriel" der höchste Block in der Steinernen Stadt. Die Routen sind senkrecht bis überhängend und bestens abgesichert.
Neben der Steinernen Stadt bietet die Region ums Sellajoch viele weitere Klettergebiete, die in wenigen Autominuten erreichbar sind. Piz Ciavazes, Prima Torre del Sella, Cansla und Frea, um nur einige zu nennen.
In Mitten der Dolomiten kommt natürlich auch der Liebhaber von alpinen mehrseillängen Routen auf seine Kosten. Der Langkofel und das Sellamassiv bieten hier viele Touren in allen Schwierigkeitsgraden.
Mit der Versorgung sieht es beim Sellajoch eher schlecht aus. Bis auf einige Lokale findet man hier nur Natur. Aber in den nahegelegenen Orten Wolkenstein, St. Christina und St. Ulrich gibt es alles, was das Klettererherz begehrt.
Zur Übernachtung bietet sich das Refugio Carlo Valentini an, das direkt unter der Steinernen Stadt liegt. Neben der ausgezeichneten Küche gibt es dort auch einen Boulder- und Fitnessraum, sollte das Wetter einmal nicht mitspielen.
Da das Sellajoch mit 2244m recht hoch liegt, sind die Sommermonate besonders zu empfehlen. Je nach Schneelage und Ausrichtung der Felsen, kann man aber durchaus auch in der Übergangszeit klettern.

Routendatenbank:
Südtirol (Dolomiten) mit 12 Felsen >>
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