
Das Klettergebiet um die Ortschaft Arco kann auch als Hausgebiet für Kletterer aus Süddeutschland angesehen werden, weil es in nur 4-5 Stunden erreicht werden kann und sich deshalb auch für Kurzurlaube eignet. Man erreicht Arco, indem man über den Brenner die A22 bis zur Ausfahrt Trento Nord fährt und dann der Beschilderung nach Riva del Garda folgt. Nach ca. 30 Kilometern, vorbei an einigen Klettergebieten, erreicht man Arco.
In Arco angekommen sollte man sich die Zeit nehmen und erst mal einen kurzen Spaziergang durch kleinen Gassen machen. Im Zentrum gibt es inzwischen sehr viele Klettergeschäfte und etwas außerhalb in Richtung Trento den Redpoint. Leider gilt die Aussage, dass Kletterausrüstung in Arco billiger ist, heute nicht mehr. Am Marktplatz angekommen kann man sich noch kurz im Cafe Central den Topo nach Projekten durchschauen und dann gehts ab zu den Felsen.
In Arco ist für jeden Kletterer was geboten, egal, ob er lange oder kurze, schwere oder leichte, flache oder steile Touren bevorzugt. In vielen Gebieten, vor allem aber in den einfacheren, sind die Touren zum Teil sehr abgespeckt.
Genussklettern:
In Arco gibt es viele Gebiete für Kletterer, die so im Bereich 6a bis 7a unterwegs sind. Mein persönlicher Favorit in diesem Bereich ist Crossano (aber auch andere Kletterer haben die Schönheit Crossanos entdeckt, weshalb es inzwischen sehr abgespeckt und an Wochenenden häufig überfüllt ist). Die Felsen befinden sich auf einem Berg und belohnen den Kletterer mit einer herrlichen Aussicht. Der Zustieg und der Bereich vor den Wänden sind kinderfreundlich und deshalb wird Crossano auch häufig von Kletterkursen besucht. An heißen Sommertagen sollte man dieses Gebiet allerdings meiden, weil sonst erhöhte Sonnenbrandgefahr besteht. Man erreicht Crossano indem man von Arco aus in Richtung Rovereto fährt und in Mori an der großen Kreuzung rechts abbiegt. Jetzt geht es mehrere Kilometer an Serpentinen den Berg hoch und in Crossano fährt man die 2. Straße links ab. Dieser Straße folgt man bis zu einer kleinen Kapelle, von der aus man bereits die Felsen sehen kann.
Ein weiteres Gebiet für leichtere Touren ist Nago. Hier beginnen die Routen im Bereich 5c, sind aber auf Grund der Größe des Gebietes nicht zu sehr abgespeckt. Im unteren Wandteil ist der Bereich vor der Wand auch kinderfreundlich, während man am oberen Wandteil von einem steinigen Weg aus sichern muss. Deshalb ist es keine Seltenheit, dass man unten fürs Klettern an einer abgespeckten Route auch mal anstehen muss. Die durchschnittliche 25 Meter hohen Wände erreicht man, indem man von Nago aus (Nachbarort von Arco) in Richtung Monte Baldo fährt. Den ersten Parkplatz erreicht man
indem man ca. 500m nach Nago links in einen kleinen Weg einbiegt und diesem bis zum Parkplatz folgt. Für die zweite Parkmöglichkeit folgt man der Straße Richtung Monte Baldo etwa 2 Kilometer bis man von oben aus die Felsen auf der linken Seite sieht.
Längere Kletterrouten:
In Arco gibt es nicht nur kurze Routen. Man kann sich hier auch an vielen hohen Wänden austoben. Der Hausberg von Arco ist der Kolodri. Mit seinen 300 Metern und Touren jenseits von 6b stellt er schon einen besonderen Reiz dar. Wer sich für eine der Routen des Kolodris entscheidet, sollte aber nicht nur die Sicherungstechnik fürs Sportklettern beherrschen, denn die Haken sind oft von schlechter Qualität. Der Umgang mit Klemmkeilen und Bandschlingen, sowie der Sandplatzbau sollte im eigenen Interesse kein Neuland darstellen.
Anders sieht es bei den Sonnenplatten aus. Hier sind die Routen meist alle paar Meter mit einbetonierten Haken versehen und auch die Standplätze sind bestens gesichert. Die Schwierigkeit der Touren ist bereits für Anfäger gut kletterbar. Aber auch an den Sonnenplatten existiert eine Gefahr - Steinschlag. An Wochenenden pilgern ab 9 Uhr hunderte von Kletterern zu diesen südseitigen Felsen und da der Ausstieg über ein Geröllfeld führt.... Also früh aufstehen!
Ansonsten gibt es noch einige Platten am Gardasee oder bei Arco, die sich sehr für Kurse oder zum lockeren ausklingen eines anstrengenden Klettertages eignen.
Harte Moves:
Alle die Kletterer, die auch mal eine 7a oder schwerer klettern möchten, werden wohl nicht um Massone herum kommen. Dieses Gebiet ist das Top Gebiet von Arco. Die einfacheren Touren bis 6c (von denen es auch nicht viele gibt) sind zum Teil sehr abgespeckt. Dafür wird man mit den schweren Touren umso mehr belohnt.
Es gibt in Arco natürlich noch viele weitere Felsen, aber für eine genauere Beschreibung ist es ohnehin empfehlenswert, sich den Topo zu besorgen. Vor allem, weil in den letzten Jahren sehr viele neue Klettergebiete erschlossen wurden.
Unterkunft:
Es gibt in Arco viele Pensionen und zwei Campingplätze.
Camping Arco: Der schönere Campingplätze. Geöffnet von Ostern bis Oktober. Preis je Nacht ca. 20 Euro pro Person.
Camping Zoo: Hat seit kurzem neue sanitäre Anlagen. Ganzjährig geöffnet. Preis ca. 15 Euro
Routendatenbank:
Arco (Gardasee) mit 149 Felsen >>
Aktuelle Bewertung:
4.59 von 5 Sternen bei 160 Bewertungen
Wieviele Sterne gibst Du dem Artikel "Klettern in Arco am Gardasee"?
Wir möchten Dir Artikel zu Themen bieten, die Dich auch interessieren. Mit Deiner Bewertung hilfst Du uns bei der künftigen Themenauswahl.