Kein Kletterer wünscht es sich und viele verdrängen es komplett, dass Klettern auch bei größter Vorsicht ein gefährlicher Sport bleibt und so jederzeit ein Unfall passieren kann. Ob ein unkontrollierter Sturz, Steinschlag, ein Ausrutscher beim Zustieg oder nur eine allergische Reaktion bei einem Wespenstich - gerade im alpinen Gelände kann sich ein Unfall schnell zu einem großen Problem entwickeln.
Jetzt ist der Kletterer auf schnelle Hilfe angewiesen. Doch gerade im alpinen Gelände sind in der Regel längere Anfahrtswege zu erwarten und auch die Suche nach der Seilschaft stellt eine Herausforderung dar.
Im idealen Fall handelt es sich beim Unfallort um einen bekannten Fels nahe einer Straße. Da die Bergwacht über Klettertopos und gutes Kartenmaterial verfügt, sollte das sollte das Finden des Opfers das geringere Problem darstellen. Trotzdem muss man wegen der dünnen Besiedlung, die meist in Klettergebieten herrscht, und den kurvenreichen Straßen mit einem Anfahrtsweg jenseits der 30 Minuten rechnen.
Anders sieht es schon aus, wenn man sich an einem unbekannten Felsen befindet, weil man beispielsweise eine Erstbegehung macht. Hier sind nicht nur die Zustiege zum Felsen unbekannt - auch über die Örtlichkeit vor Ort hat die bergwacht keine Informationen.
Wie man deutlich sieht, sollte man dann bei der Alamierung des Rettungsdienstes bereits vorab so viele Probleme wie möglich aus dem Weg schaffen.
Wichtig ist, dass man die Position des Verunglückten wie auch die Verletzung möglichst genau beschreibt, so Michael Schneeweiß und Carsten Wimmer von der Bergwacht Fürth. Weiter sollte man bei einem Bergunfall explizit die Bergwacht anfordern.
Wozu jetzt auch noch nach der Bergwacht fragen? Das sollte doch klar sein, werden sich jetzt einige fragen. Bei der Alarmierung werden die Informationen von der Leitzentrale in den Computer eingegeben und teilweise werden automatisiert Vorgehensweisen vorgeschlagen.
Wenn man beispielsweise wegen einer allergischen Reaktion bei einem Wespenstich oder einem gebrochenen Knöchel den Rettungsdienst alarmiert, wird in der Regel der nächstgelegene Rettungsdienst alarmiert. Dieser ist aber im alpinen Gelände schnell überfordert, denn bereits eine kurze Kletterpassage beim Zustieg kann für die Sanitäter eine unüberwindbare Hürde darstellen und wichtige Zeit geht verloren.
In der heutigen Zeit bietet es sich natürlich an, modere Technik zu verwenden. So ist es immer gut, GPS-Koordinaten anzugeben, da die meisten Bergwachten inzwischen Navigationsgeräte zur Verfügung haben. Die Koordinaten findet man in vielen Klettertopos oder können teilweise auch mit einem Smartphone ermittelt werden.
Falls möglich sollte ein Einweiser bereits beim Eintreffen des Rettungsdienstes am Parkplatz warten. Und auch die Erreichbarkeit mittels Handy ist vorteilhaft, wenn Fragen auf Seiten des Rettungsdienstes auftreten sollten. Also nicht gerade im Funkloch warten...
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