In Deutschland gibt es viele Klettergebiete mit den unterschiedlichsten Gesteinsformationen. Im Umkreis der Städte Erfurt, Suhl, Eisenach und Jena erstreckt sich der Thüringer Wald. Neben einer dicht bewaldeten Hügellandschaft findet man hier über hundert Felsen aus Porphyr, Kalk, Konglomerat, Schiefer, Grauwacke, Granit und Sandstein.
Wenn man den Klettertopo das erste Mal durchblättert, wird einem schnell auffallen, dass der Thüringer Wald eine große Auswahl an leichten und mittelschweren Touren bietet. Schwere Touren hingegen gibt es in größerer Anzahl nur am Hülloch und am Falkenstein.
Der Falkenstein ist mit seinen 96 Metern das höchste Massiv im Thüringer Wald. An der Talseite gibt es Kletterrouten mit bis zu 3 Seillängen. Die anderen Seiten können immerhin noch mit Routenlängen von 30 Metern aufwarten und stellen daher ein lohnendes Ziel für jeden Kletterer dar. Die Schwierigkeit der Routen bewegen sich vom 3. bis zum 9. Grad. Ein Wermutstropfen darf aber nicht unerwähnt bleiben - der Zustieg. Es ist nicht unbedingt die Länge von zwei Stunden, sondern die Strecke, die auf einer asphaltierten Straße bis kurz vor den Falkenstein führt. Durch die Bewaldung beidseitig der Straße wird bis auf wenige Stellen auch kein interessanter Ausblick geboten. Ein Bike ist für den Zustieg sehr zu empfehlen.
Auf der Zufahrtsstraße zum Falkenstein befindet sich am Ortsende von Tambach-Dietharz das Hülloch mit dem zusätzlichen Sektor Monte Arturino. Geparkt wird hier auf der rechten Seite bei der kleinen Holzhütte. Der Hauptsektor des Hüllochs befindet sich direkt gegenüber des Parkplatzes. Den Weg wenige Meter nach rechts gefolgt erreicht man eine Grotte, die viele schwere Routen aufweist. Aber auch leichte Touren ab dem 5. Grad befinden sich auf beiden Seiten der Grotte.
Wirklich reizvoll ist die Grotte aber für Kletterer ab dem 8. Grad. Überhänge bis hin zu 30 Meter langen Dachrouten stellen hier eine besondere Herausforderung dar. Die Grotte ist auch ein lohnender Spot für Boulderer, die im hinteren Bereich viele Routen finden.
Sind die schweren Routen mit den obigen Felsen größtenteils abgegrast, finden die Kletterer der mittleren Schwierigkeitsgraden hundert weitere Felsen. Hier sind besonders die Hangsteine im Hansbachtal, der Aschenbergstein im Lauchagrund, die Sportplatzfelsen, der Finkenstein, der Geierfelsen, der Sonnenberg (Bocksberg) und das Dschungelbuch zu erwähnen.
Neben dem Sportklettern ist im Thüringer Wald auch das Bouldern sehr beliebt. Teils befinden sich die Boulder im Überhang einer Grotte, aber auch richtige Boulderblöcke gibt es zu Hauf. Hier sind die Gebiete Gleitschfelsen (das größte, zusammenhängende Bouldergebiet), Rabenschüssel bei Jena sowie Glöckler und Gerberstein bei Ruhla besonders lohnenswert. Auch im Lauchgrund und bei Zella Mehlis befinden sich noch lohnenswerte Spots.
Zu guter letzt gibt es im Thüringer Wald auch Spots für Eiskletterer - ja, Du hast richtig gelesen, für Eiskletterer. Diese Spots können zwar nicht mit den großen Wasserfällen bakannter Eisklettergebiete konkurrieren, aber sind mit bis zu 30 Metern durchaus ein lohnendes Ziel. Eisklettergebiete sind die Hochwaldgrotte, Mariental, Luisengrotte, Drachenschlucht, Landgrafenschlucht und die Göpelskuppe bei Eisenach. Diese Spots sind bis zu 10 Meter hoch. Höher sind die Gebiete rund um Tambach - Dietharz. Am Brand bietet bis zu 30 Meter lange Touren, das Röllchen und die alte Talsperre erreichen eine Routenhöhe von 20 Metern.
Schade ist, dass der aktuelle Topo vom Thüringer Wald nicht mehr wirklich aktuell ist. Seit dem 2008 veröffentlichtem Kletterführer wurden zahlreiche Felsen neu erschlossen und viele weitere Routen erstbegangen.
Fazit:
Der Thüringer Wald bietet vor allem Kletterern der mittleren Schwierigkeitsgraden eine große Routenauswahl. Für Kletterer ab dem 9. Grad sind die Möglichkeiten sehr begrenzt. Der meist vorherrschende Porphyr ist häufig bröslig, dafür aber sehr rau.

Routendatenbank:
Thüringer Wald mit 41 Felsen >>
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