
Durch die schnelle Erreichbarkeit von München haben sich die bayerischen Voralpen bereits seit vielen Jahren als begehrtes Ausflugsziel für Kletterer etabliert. Das Gebiet reicht vom Allgäu bis zum Chiemgau.
Die bayerischen Voralpen gliedern sich in viele einzelne Klettergebiete mit völlig unterschiedlichen Charakteristiken auf. Ob kurze Sportkletterrouten an kompakten Felsen oder alpine Mehrseillängenrouten - hier kann man sich lange austoben. Hier eine kleine Auswahl der Gebiete:
- Kochel
- Bad Heilbrunn
- Benediktenwand
- Jachenau
- Brauneck
- Roß- und Buchstein
- Demmelspitze
- Leonhardstein
- Daffensteine
- Plankenstein
- Ruchenköpfe
- Heuberg
- Kampenwand
- Auer Wandl
- Zellerwand
Die Gebiete beinhalten Routen vom 3. bis zum 11. Schwierigkeitsgrad. Meist wird an Kalkfelsen geklettert, die in der Regel kompakt, teilweise aber auch brüchig sind. Vor allem an den höheren Felsen sollte man immer mit Steinschlag rechnen.
Das Top-Gebiet der bayerischen Voralpen ist Kochel, in wunderschöner Landschaft rund um den Kochelsee gelegen. An die technisch anspruchsvolle Kletterei muss man sich erst gewöhnen und auch die Bewertung der Routen ist als knackig einzustufen. Da die leichteren Touren inzwischen sehr abgespeckt sind, werden Anfänger eher im benachbarten Bad Heilbrunn auf ihre Kosten kommen. Für technisch versierte Kletterer ab dem 8. Grad ist Kochel immer einen Besuch wert.
Landschaftlich hat das Brauneck ein atemberaubendes Panorama zu bieten. Im Winter ein beliebtes Skigebiet, entpuppt sich das Brauneck im Sommer zu einem Paradies für Kletterer. Sowohl leichte, wie auch schwere Routen sind in großer Auswahl zu finden. Leider ist der Fels recht brüchig, weshalb ein Helm auf jeden Fall anzuraten ist. Um sich den langen Zustieg zu erleichtern, kann man auch mit der Brauneckbahn fahren, was aber mit knapp 20 Euro zu Buche schlägt.
Für lange Routen ist unter Anderem der Ross- und Buchstein bekannt. Bis zu 150m Wandhöhe und Routen vom 4. bis zum 9. Grad laden hier zum Klettern ein. Die meisten Routen sind gut abgesichert, wenn auch gelegentlich etwas über den Haken gestiegen werden muss. Für die leichteren Touren schaden auch einige Keile nicht.
Für Sportkletterer ist im Chiemgau vor allem die Zellerwand erwähnenswert. Der Zustieg erfolgt in 10 Minuten vom Campingplatz aus. Die nach Süden ausgerichtete Wand ist vor Allem für die Übergangszeit empfehlenswert. Die leichten Routen sind teilweise brüchig, aber die schwereren Touren von bester Felsqualität. Auch wenn es leichtere Touren gibt, wirklich Spaß hat man ab dem 7. Grad.
Zu guter letzt stellen wir Dir hier noch das Auer Wandl vor. Der direkt an einer gesperrten Forststraße gelegene Fels bietet viele leichte bis mittelschwere Routen an festem Kalkgestein. Die meisten Touren sind flache Plattenklettereien, die schwereren Touren links außen senkrecht. Die Absicherung ist durchwegs gut, aber bei den Umlenkern sollte man Vorsicht walten lassen. Diese lassen sich sehr leicht einhängen, aber auch genauso schnell wieder aushängen. Deshalb nie darüber klettern und beim Top-Ropen redundant sichern.
Wie oben bereits erwähnt, ist das Ambiente ein klarer Plupunkt für die bayerischen Voralpen. Wenn man die Zustiege, die oft über eine Stunde dauern, als Training ansieht, kann man diese ebenso als Vorteil werten. Weitere Freizeitmöglichkeiten wie die Seen oder Bergwanderungen machen die Region zu einem idealen Urlaubsziel.
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