Neben kleineren Blessuren, wie aufgeschlagenen Knien oder zerschabten Ellenbogen, entfallen die meisten Kletterverletzungen auf die Ringbänder der Finger. Der Grund ist zumeist eine extreme Belastungsspitze mit aufgestellten Fingern, wie sie beispielsweise beim Abrutschen von einem Tritt vorkommt.
Bei mehr als zwei Dritteln aller durch den Klettersport hervorgerufenen Beschwerden handelt es sich allerdings nicht um akute Verletzungen, sondern um Überlastungsschäden, wie etwa Sehnenscheidenentzündungen, die im Extremfall zu Ermüdungsrissen führen.
Die häufigsten Probleme
Obere Extremitäten
- Chronische Schleimbeutelentzündung in der Schulter
- "Kalkschulter"
- Tennis-Ellenbogen (Climbers Elbow)
- Bandverletzungen in den Fingergelenken
- Sehnenscheidenentzündungen in Händen und Fingern
- Ringbandverletzungen
Knie
- Meniskusschäden infolge extremer Hebelwirkung oder Verdrehen
Wirbelsäule:
- Bandscheibenschäden durch einseitig Belastung oder Überlastung
- Rundrücken
- Probleme mit der Halswirbelsäule aufgrund ständigen Hinaufschauens
Spezielle akute Verletzungen:
- Knöchel- und Fersenbeinbrüche
- Beckenverletzungen
- Wirbelverletzungen
- Bänderverletzungen im Bereich der Füße
- Schürfwunden an Hüfte, Knie, Ellenbogen
Akute Verletzungen ergeben sich zumeist beim Abrutschen oder bei Stürzen auf den Boden, oft hervorgerufen durch Sicherungsfehler.
Sonstige Beschwerden
Kletterer sind oft von Muskelverhärtungen (medizinisch
Myogelosen) im Bereich der Unterarme oder der Schultern betroffen. Bei manchen Sportlern entwickeln sich auch Ganglions, vom Volksmund "Überbeine" genannt. Hierbei handelt es sich um flüssigkeitsgefüllte Ausstülpungen an den Gelenkkapseln, die sich bei Kletterern vorzugsweise an den Beugesehnenscheiden der Fingergrundgelenke entwickeln.
Behandlungsmöglichkeiten
Am Beginn einer jeden Behandlung steht die Schonung und Entlastung des verletzten Gewebes. Ein verbissenes Weitertrainieren unter Schmerzen bringt niemals Besserung, sondern verlängert in aller Regel die Beschwerdedauer.
Bei frischen Verletzungen sollte die betroffene Extremität zunächst konsequent ruhiggestellt werden. Meistens lässt sich das bereits mithilfe einer Bandage, oder bei Fingerverletzungen, durch das gezielt Tapen (mit speziellem
Kinesiologie-Tape) an den benachbarten Finger erreichen. Wichtig ist auch das
richtige Tapen bei Unsicherheiten immer Fachpersonal zu Rate ziehen! Oft mindern Hochlagern und Kühlen die Schmerzen sowie die Erguss- und Anschwellneigung. Gegen akuten Überlastungsschmerz. Am Ellenbogen, können auch schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente eingenommen werden oder Wund-und Heilsalben (unter
europa-apotheek.com/medikamente/sport-fitness/sportverletzungen/ gibt es einen Überblick) aufgetragen werden.
Besonders wichtig ist ein absolutes Kletterverbot, je nach Verletzung und Beschwerdebild für mindestens vier bis 12 Wochen. Nach dem Abklingen der akuten Beschwerden kann allerdings sofort mit gezielter Krankengymnastik, speziellen Massagen, Elektrotherapie oder Ultraschall begonnen werden. Sollten konventionelle Behandlungsmethoden keinen Erfolg zeigen, bleibt im Extremfall nur noch die Operation.
Vorbeugende Maßnahmen
Spätestens bei Wiederaufnahme des Klettertrainings sollte der Sportler folgende Punkte beachten:
- konsequentes Aufwärmen, vor allem des Schultergürtels, der Arme, Hände und Beine, sowie geeignete Dehnübungen vor jeder Belastung
- nach dem Auskurieren von Fingerverletzungen sollte ein stabilisierender Tape-Verband über dem betroffenen Gelenk getragen werden
- Anlegen von Ellenbogenbandagen und ggf. auch Kniebandagen
- während der ersten Trainingsstunden nur langsame Steigerung der Trainingsintensität
- spezielles Krafttraining stärkt nicht nur die Beugemuskulatur, sondern auch die Strecker
- Ausdauer- und Ausgleichstraining nicht vernachlässigen
- Bei Nachlassen der Konzentration oder aufkommender Müdigkeit sollte das Training abgebrochen werden.
Weil die Probleme durch Überlastung oder Verletzungen bei Sportkletterern oftmals sehr langwierig sind, gilt der Grundsatz: "Vorbeugen ist besser als heilen!"
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