Ehrlichkeit bei den Begehungen
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Martin Hebel 


Beiträge: 81
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Beitrag vom: 11.08.2014 - 23:31
Also ich bin ehrlich gesagt sehr froh darum, dass es auch noch Klettergebiete gibt, wo man sich nicht jede Tour fast schon A0 hochziehen kann.
Klar, ich habe allein schon wegen psychisch schwankenden Tagesformen keine Lust darauf, jeden Klettertag "Todesgefahr" einzugehen. Aber manchmal stellt es mich vor einen sehr großen Reiz, wenn ich Onsight in eine Tour reingeh, wo ich von unten aus, allein schon wegen den Hakenabständen, meine Kletterfähigkeit mit der vorgegebenen Kletterlinie fragwürdig abgleichen muss, echtes Risikomanagemant eben.
Dabei verspüre ich zugegebenermaßen dann entweder ein leichtes Prickeln oder sogar ernsthafte Angst. Diese dann aber im Nachhinein überwunden zu haben, gehört für mich auch eben zum Sportklettern dazu. Gerade für mich ist bei solchen Touren dann auch der Blick auf den Schwierigkeitsgrad wesentlich bedeutungsloser, als wenn ich an meinem absoluten Limit von vorneherein weiß, dass mir bei einem Sturz eigentlich nichts passieren kann.
Wer damit nicht klarkommt, soll eben mobile Zwischensicherungen legen, oder sich für andere Entschärfungen entscheiden.
Wenn dann oft nach mehr Haken geschrien wird, finde ich das auch unfair gegenüber den Erstbegehern.
Eigentlich gibt es doch in großen Sportklettergebieten meistens für jeden etwas, um die gewünschte Tagesdosis abzudecken, oder?
Gruß |
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Randolph Möllenberg 


Beiträge: 47
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Beitrag vom: 11.08.2014 - 23:45
Zitat: Warum allerdings Sportklettern nur Routen umfassen soll die ohne Risiko vorgestiegen werden können ist mir nicht klar. Ich dachte Sportklettern hätte sich aus dem Freiklettern der Sächsischen Schweiz entwickelt. Gerade viele Sportkletterklassiker aus den 80ern sind eher sparsam eingerichtet. Ich denke da seit ihr auf dem Holzweg.
Ist glaube ich eine Philosphiefrage. Ich war dieses Jahr in Australien klettern gewesen und da findest du fast nur Trad Routen. Wenn ich denen etwas moralisch fordernden Sportrouten erzählen würde, würde die mich für verrückt erklären, nach dem Motto wenn du schon Bohrhaken verwendest dann wenigestens ausreichend. Außerdem geht es ja beim Sportklettern im Spitzenniveau nur nach dem SG. Wenn du eine 9a geklettert bist, fragt dich niemand danach wie die Absicherung war. Und eine Route wie LaDuraDura ist moralisch bestimmt nicht sehr fordernd, wenn im stark überhängenden Gelände ca. alle 3m ein Haken kommt.
Außerdem bedeutet sparsam eingerichtet, nicht zwingend gefährlich. Es gibt in Konstein z.B. einige Routen wo der 1. Haken auf ca. 10m hängt. Das bedeutet aber nicht, dass man die ersten 10m ohne Sicherung klettern soll, sondern das es gute Möglichkeiten gibt um Keile oder Friends zu legen. Bohrhaken wurden halt da verwendet, wo man anders nicht absichern konnte. Aber wenn der 2. Haken sich auf 6-7m befindet, ohne das es anständige Placements gibt, dann frage ich mich schon wieso man da nicht 1. Haken mehr bohren konnte. Und ich kann jeden verstehen, der da die 2 Haken preclipped. Das hat auch meiner Meinung nach nichts damit zu tun, ob man der Route moralisch gewachsen ist. Wenn ich mir nicht 100% sicher bin, diese Züge klettern zu können, dann wäre es schlichtweg dumm die Route vorsteigen. |
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Martin Hagn 


Beiträge: 809
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Beitrag vom: 12.08.2014 - 00:20
Zitat: Die erste 10- war The Face, Altmühltal
Die ersten 10, 10+ weiß ich nicht, aber 11- und 11 war dann wiedeer Franken.
erste glatte 10 war "Kanal im Rücken" an der Kastlwand
erste 10+ "Punks in the Gym"
erste 11- "Hubble" von Ben Moon
erste glatte 11 ist ja bekannt
Zitat: Vergiss nicht, dass die erste 9a+ der Welt bei Kufstein liegt... und dass - wie der Kalle letztens behauptet hat (ich glaub ihm einfach mal) - die größere Dichte an deutschen 11er-Routen sich eben südlich von München befindet und nicht nördlich von Nürnberg.
erste bestätigte 11+ war realization
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Kalle Demetz 


Beiträge: 3324
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Beitrag vom: 12.08.2014 - 06:17
Martin, das wandelnde Lexikon 
Aber wenn ich es jetzt richtig gefunden habe, wurde hubble 1990 erstbegangen, wallstreet aber schon 1987   |
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Martin Hagn 


Beiträge: 809
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Beitrag vom: 12.08.2014 - 06:28
gut aufgespasst :)
oder war hubble die erste 8c und wallstreet die erste 8c+??
und wallstreet wurde ja dann nachmal schwerer nachdem die manipulatiion war... |
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Chris Bauer 


Beiträge: 322
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Beitrag vom: 12.08.2014 - 08:17
@ Katrin: bin ich dir aufs Seil gestiegen?
Woher weißt du wo ich schon überall klettern war? Also Kochel war ich schon und sicher in vielen Gebieten die du nie sehen wirst. Hast du schonmal was in Sachsen geklettert? Klar werden da heute keine Spitzenleistungen mehr was den Grad angeht erbracht, aber es ist schon beeindruckend was für Touren vor 100 Jahren dort Erstbegangen wurden.
Das du die Fränkische nicht magst ist ok, kein Problem damit.
Ich habe auch gar nix dagegen, daß neue Touren nach eurer Philospie eingebohrt werden, aber deswegen ist euer Ansatz nicht gleich Sportklettern! Solange die klassischen Touren so bleiben wie sie sind ist für mich alles ok.
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Randolph Möllenberg 


Beiträge: 47
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Beitrag vom: 12.08.2014 - 09:32
Ich denke, niemand verlangt das in alte Klassiker zusätzliche Haken gebohrt werden. Genauso bleibt es natürlich jedem Erschließer selbst überlassen, wie er seine Route einbohrt. Am Ende muss ich halt selber entscheiden, ob ich in eine Route einsteige und wie ich sie begehe. Ich persönlich habe keine Problem mit mental fordernden Routen, aber in solche steige ich nur ein, wenn sie sich deutlich unter meinen persönlichen Limit befinden. Und ich denke nicht, dass man ein nur ein halber Kletterer ist, bloß weil man gefährliche Routen durch preclippen entschäft.
Am Ende muss halt jeder selbst entscheiden wie er eine Route begeht. Da gibt es für mich kein richtig oder falsch. Entscheidend ist nur, dass es man es richtig komuniziert. Wenn man die ersten beiden Haken preclipped, dann ist es natürlich kein Rotpunkt mehr, ist aber dennoch fordernder als ein Toprope wenn danach noch 20m kommern. Ich hätte auch kein Problem mit, wenn man in so einem Fall den Haken bei Rotpunkt setzt, und in dem Kommentar kurz schreibt, dass man die ersten Haken schon geclippt hatte. |
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Chris Bauer 


Beiträge: 322
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Beitrag vom: 12.08.2014 - 10:22
Hi Randolph, da sind wir ja der gleichen Meinung. Sicher ist ein Vorstieg mit 2 vorgehängten Haken fordernder als Toprope. Ich finde nur der Begehungsstil Toprope wird von vielen als minderwertig/schlecht angesehen und das find ich eben nicht. Toprope ist eine eindeutige Sache und da braucht dann keiner eine ellenlagen Erkläung abgeben wie er sein Rotpunkt erreicht hat. |
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