Standplatzbau
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Sicherungstechnik
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Vesna Milardovic 


Beiträge: 101
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Beitrag vom: 26.06.2014 - 10:53
Hi,
ein echter Standplatz in einer Mehrseillänge muss von der Belastung her auch mal ein bisschen mehr leisten als ein Umlenker in einer Einseillänge.
Umlenker: ich steige vor, fädle oben um (falls dabei was passiert Fall ich im schlimmsten Fall in die letze Exe) und dann werde ich abgelassen, oder seile zur Not ab, wenn es sein muss. Ein Sturz in den Umlenker, der hohe Kräfte aufs Material ausübt - nicht vorgesehen, wie auch. Beim Topropen läßt man auch in der Regel die letze Exe als Redundanz drin
, für die normale Sportkletter Route sollte das reichen. Wenn der Umlenker nicht gut ist, dann richte ich persönlich kein Toprope ein. Wenn er so schlecht ist, dass ich Angst hab abzulassen oder abzuseilen, dann lass ich lieber eine Sicherheits-Exe in der Wand (musste ich noch nie).
Ein Standplatz in Mehrseillängen muss ungleich mehr Belastung aushalten können, im allerschlimmsten Fall einen schweren Vorstiegssturz bei dem Sicherer und Vorsteiger den Stand belasten. Daher sollst du immer einen Haken nutzen um deinen Stand zu bauen und der andere ist deine Redundanz und Lebensversicherung, falls der erste nicht hält.
Viele Grüße,
Vesna. |
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Andi Müller 

Beiträge: 25
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Beitrag vom: 27.06.2014 - 16:24
Liebe Vesna! Jetzt muss ich mal ein bisschen schleimen: Ich freue mich jedesmal über Deine Forumsbeiträge! Du bringst strukturiert, sachlich und allgemeinverständlich jedes Thema - ohne unnötiges Fachgesimpel oder sonstige Ausschweifungen - gezielt auf den Punkt. Deinen Beiträgen ist selten etwas hinzuzufügen! Vielen Dank!
PS: bloß eins: Sollte man tatsächlich Material in der Wand zurück lassen müssen, kann man sich auch ein paar Euro sparen, indem man die Exe auseinander baut und nur einen der Schnapper zurück lässt... |
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Jakob Froebel 
Beiträge: 9
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Beitrag vom: 28.06.2014 - 16:43
Hey, danke für die vielen Antworten. Ich glaub ich tu mich etwas schwer mit dem ganzen Kletter Jargon. Bin halt immer nur mit meiner Kletterpartnerin unterwegs und so lernen wir wenig neues...
Vielleicht meinte ich dann doch keinen "Standplatz", sondern einen "Umfädelplatz"!?!
Aber ich wurde ja auch so von euch verstanden...
Denn Tipp mit der letzten Exe, die man als Redundanz für den Toprope hängen lassen kann finde ich sehr gut! Danke!
Passt vielleicht nicht 100%ig zum Thema, aber was solls:
Wenn man im Vorstieg merkt, dass man die Route doch nicht schafft, was macht man dann? Eine Exe opfern und mitten in der Wand ablassen? Zweite Exe gegenseitig einhängen, diese ebenfalls opfern und ablassen?
Es wirkt wahrscheinlich so, als hätte ich keine Ahnung von dem was ich mache (ist aber gar nicht so schlimm wie es vielleicht wirkt) |
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Anna Witt 


Beiträge: 985
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Beitrag vom: 28.06.2014 - 17:34
Wenn du nicht weiter kommst, hast du verschiedene Möglichkeiten:
1. Ist dein letzter Haken ein Ring/ Bühler, kannst du das Seil durch fädeln und dich ablassen lassen oder abseilen.
2. Ist dein letzter Haken ein Plättchen kannst du
....abklettern und dabei dein Material rückwärts wieder mit nehmen,
....einen Karabiner/ Schraubglied opfern und dich ablassen lassen,
....bei nicht scharfen Plättchen fädeln und abseilen
....einen Clipstick benutzen und dich bis zum Umlenker hochclippen.
Eine komplette Exe zu opfern ist immer unsinnig.
3. Ist dein letzter Haken so klein, dass kein Seil neben einem Karabiner* durch passt, kannst du eine Reepschnur neben dem Karabiner* fädeln und dich dann in diese hängen, dann das Seil durch den Haken fädeln und dann die Reepschnur wieder raus holen.
Aber mal ganz ehrlich: Wie wäre es mal mit einem guten Kletterlehrbuch? Du stellst so grundlegende Fragen, dass so eine Lektüre vielleicht mal hilfreich wäre.
Ausserdem gilt beim Klettern eigentlich immer, dass man mit ein wenig physikalischem Denken auch selber zum Ziel kommt. |
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Kalle Demetz 


Beiträge: 3324
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Beitrag vom: 28.06.2014 - 17:41
da gibt es verschiedene möglichkeiten.
die einfachste: der aktuelle haken ist ein bühler (oder sonstiger abgerundeter haken). einfach durchfädeln und ablassen.
wenn man nicht durchfädeln kann:
1. ein clipstick hilft wunder. einfach den nächsten haken vorklippen und es geht weiter.
2. ein kettenglied am gurt hilft auch weiter und ist billiger wie ein karabiner* oder eine exe. gibts für 3-4 euro im baumarkt (sollte aber schon eine entsprechend stabile sein).
3. eine reepschnur durch den haken fädeln und darüber abseilen. wichtig: selber abseilen, nicht ablassen. sonst schmilzt die reepschnur durch.
4. evtl. außen herum hochgehen und über einen baum abseilen
5. falls andere kletterer da sind, evtl. einen fragen, ob er so nett wäre...
usw. |
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Jakob Froebel 
Beiträge: 9
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Beitrag vom: 28.06.2014 - 19:20
Zitat: Aber mal ganz ehrlich: Wie wäre es mal mit einem guten Kletterlehrbuch? Du stellst so grundlegende Fragen, dass so eine Lektüre vielleicht mal hilfreich wäre.
Hm... Ne!
Ich sagte ja schon, ganz so schlimm wie es vielleicht wirkt ist es gar nicht. Ich fühle mich sehr sicher beim klettern und denke ich weiß was ich tue. Es sind halt so ein paar Dinge die mir nicht klar sind, die versuche ich hier zu klären... Aber außer meinen zwei gestellten Fragen, gibt es für mich eigentlich nichts was ich im moment noch wissen müsste - glaub ich...
Zitat: Ausserdem gilt beim Klettern eigentlich immer, dass man mit ein wenig physikalischem Denken auch selber zum Ziel kommt.
Meinst du damit das ich auch selber auf die Lösung hätte kommen können? Ganz hilflos wäre ich ja nicht gewesen, hätte halt zwei Exen geopfert...
Oder meinst du mit ein wenig physikalischem Denken schafft man jede Route?
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Kalle Demetz 


Beiträge: 3324
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Beitrag vom: 28.06.2014 - 21:10
ähm anna, haben wir jetzt zum selben zeitpunkt genau das gleiche geschrieben..... schaut ja voll danach aus, als hätte ich von dir abgeschrieben... 
wenn man gute grundkenntnisse hat, dann kann man selber auf vieles kommen. aber nur dann!
aber genau dann, wenn jemand meint, er kann sich selber alles lernen, sieht man die krassesten fehler. sonst wären die erkenntnisse der sicherheitskreise der letzten jahre völlig überflüssig.
so würden beispielsweise auf folgende triviale punkte selber nur die wenigsten kommen (das machen trotz kurs noch genügend falsch):
- seilverlauf (wie zum seil stehen)
- exen richtig einhängen (richtung)
- knoten im seilende
- seil auf seil
- standpunkt des sichernden
- überstrecktes klippen
- partnercheck
- usw.
geschweige denn zu den fehlern, die nicht so offensichtlich sind... |
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Jakob Froebel 
Beiträge: 9
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Beitrag vom: 28.06.2014 - 22:04
Hey, hey, hey... nur weil ich eine Frage zur Redundanz beim Umfädeln hatte und mir nicht 100%ig sicher war, wie man aus einer zu schwierigen Route kommt (aber ich hatte ja immerhin eine sichere Idee), heißt das nicht das ich blutiger Anfänger bin
Ich klettere seit circa 5 Jahren, hab Toprope- und Vorstiegskurse und -scheine gemacht, bin fit und nicht dumm...
Aber mal sehen...
Zitat: - seilverlauf (wie zum seil stehen)
check
Zitat: - exen richtig einhängen (richtung)
check
Zitat: - knoten im seilende
check
Zitat: - seil auf seil
keine Ahnung was damit gemeint ist, aber das muss nichts heißen... wie gesagt bei mir haperts manchmal beim Kletter Jargon.
Zitat: - standpunkt des sichernden
check
Zitat: - überstrecktes klippen
weiß auch nicht was das heißt... das man nicht zu früh klippt, weil man durch das Seil nachziehen eine größere Fallhöhe hat?
Zitat: - partnercheck
Mach ich jedes mal (und mich damit zum Deppen am Felsen) |
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Kalle Demetz 


Beiträge: 3324
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Beitrag vom: 28.06.2014 - 22:09
sorry, hast mich falsch verstanden. ich hatte nicht dich gemeint, sondern die aussage von anna (man kann sich bei physikalischen verständnis alles selber beibringen...)
ich finde es besser zu fragen und darüber zu diskutieren 
niemand weiß alles, man lernt also nie aus  |
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Martin Grulich 


Beiträge: 1067
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Beitrag vom: 28.06.2014 - 22:51
Hallo Jakob,
bei Deiner Frage wegen dem "Routen abbauen" ist bei mir auch erst mal der Eindruck entstanden, dass Du recht neu in der Materie bist, aber das scheint ja nicht der Fall zu sein.
Mit Deiner Vermutung zum "überstreckt Klippen" liegst Du genau richtig. Ich kann´s mir aber leider in diesem Leben nicht mehr abgewöhnen, weil ich, wenn´s schwer wird, immer froh bin, die Exe und das Seil im Haken zu haben 
Ich mache mir halt vorher ein Bild, ob´s beim Klippen gefährlich werden könnte. Dann nehme ich das Risiko bewusst auf mich oder auch nicht...
Ich habe vor 42 Jahren mit dem Klettern begonnen, aber wie Kalle schon sagt: Man lernt nie aus.
Hallo Kalle,
was is´n Seil auf Seil
Ist mir da jetzt was Wichtiges entgangen
Also, da der Jakob und ich kein aktuelles Lehrbuch bemühen wollen, klär´ uns doch mal bitte auf
Danke
Gruß Martin |
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