Leider haben sich die letzten Jahre Unfälle mit Tuber sehr gehäuft. Das Problem liegt darin, dass Tuber Sicherungsgeräte für erfahrene Kletterer sind, allerdings jahrelang Anfängern gelehrt wurde. Unerfahrene Kletterer können aber die Gefahren der Tuber überhaupt nicht überblicken, da diese Gefahrensituationen nur sehr selten auftreten. Wenn aber doch, dann sind Unfälle vorprogrammiert.
Häufiger Unfallhergang
Der Sicherer gibt dem Kletterer Seil und führt dabei die Hand nach vorne bzw. über das Sicherungsgerät. Mit der Hand über dem Tuber wird kaum mehr Reibung und somit eine sehr geringe Bremswirkung erzeugt. Auch, wenn sich die Hand nur wenige Zentimeter nach vorne bewegt, wird die Bremswirkung von Tubern sehr stark reduziert. Auf Grund der geringen Bremswirkung wird das Seil durch die Hand des Sichernden gezogen, wobei sich dieser Verbrennungen zuzieht. Diese Verbrennungen wiederum enden bei einem reflexartigen Loslassen des Bremsseils.
Überstrecktes Klippen sowie große Gewichtsunterschiede erhöhen das Unfallrisiko erheblich.
Tuber entwickeln die Bremswirkung nur, wenn sich die Bremshand des Sicherers unter dem Gerät befindet. Wichtig ist hierbei auch ein Sicherheitsabstand von mindestens 20cm zum Tuber, da sich sonst die Bremshand ins Sicherungsgerät ziehen kann.
Weiter ist eine hohe Handkraft des Sicherers gefragt. Denn je geringer die Bremswirkung des Sicherungsgeräts, umso fester muss man das Seil halten. Die notwendige Handkraft fehlt aber auch vielen Sicherern, vor allem Anfängern.
Nicht zuletzt ist die Unkalkulierbarkeit der Bremswirkung problematisch für den Sicherer. Denn die Bremswirkung reicht von stark bis nicht vorhanden. Eine ausreichende Bremswirkung ist aber nur bei einem Seilverlauf von 180 Grad gewährleistet - wird der Winkel spitzer, nimmt die Bremswirkung deutlich ab. Bereits ab 130 Grad ist die Bremswirkung nicht mehr ausreichend, auch wenn sich die Hand unter dem Tuber befindet.
Moderne Seile unterstützen Kletterunfälle mit Tuber. Waren früher Seile dicker und nach kurzem Gebrauch auch flauschig, sind moderne Kletterseile dünn und glatt. Dadurch wird die Reibung im Gerät weiter reduziert.
Weshalb wurden dann Tuber jahrelang gelehrt, wenn sie Sicherungsfehler begünstigen? Hier kann man nur spekulieren, aber ein Grund war sicherlich, dass Tuber als modern angesehen wurden. Das Handlich ist schnell zu lernen, was half, die Masse an Kletteranfängern zu bewältigen. Letztendlich wurde hier aber auf Kosten der Sicherheit gehandelt.
Aber wie kann man beim Klettern verantwortungsbewusst sichern?
Hier hat die Industrie reagiert und vielfältige Sicherungsgeräte entwickelt. Ob Click Up, Smart, MegaJul oder GriGri - durch die Blockierfunktion dieser Geräte gewinnt man sehr viel an Sicherheit. Wichtig bei diesen Geräten ist aber darauf zu achten, dass die Stürze nicht zu hart werden, das heißt, dass man durch hochspringen für Dynamik in der Sicherungskette sorgt. Die Bedienung aller dieser Geräte sollte man sich aber auf jeden Fall kompetent erklären lassen, da man auch bei Halbautomaten und Autotubern Fehler machen kann.
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