
Nach dem Klettern ist die Überraschung oft groß, wenn der Blick auf die eigenen Finger fällt. Im Eifer des Gefechts beim Bouldern, Top-Ropen oder Freeclimben fiel es noch gar nicht auf, doch nun sind die Finger offen, Schwielen und blutende Wunden beginnen zu brennen.
Das ist natürlich nicht nur kosmetisch unschön, sondern stellt auch eine ernsthafte Einschränkung für die nächste Runde an der Wand dar. Wie sich den Verletzungen vorbeugen lässt, was bei der Behandlung hilft und mit welchen regelmäßigen Verletzungen Kletterer sonst noch rechnen müssen, verrät dieser Ratgeber.
Verletzungen an den Gelenken und Übermüdung
Beim Klettern wirken extreme Belastungen auf den Griff. Entsprechend müssen Finger und Handgelenk viel mehr durchmachen als in unserem Alltag und sind auf diese Anstrengungen oft nur unzureichend vorbereitet. Die Sehnen, die als Verlängerung der Unterarmmuskulatur in die Hände und Finger laufen, können sich hierdurch entzünden oder Bänder können reißen.
Diese Varianten der Finger- und Handverletzungen gehören zu den schlimmeren und länger anhaltenden Malheurs beim Klettern.
Grundsätzlich müssen Kletterer natürlich auf ihren Körper hören und sollten nicht beständig "gegen den Schmerz" arbeiten, um sich selbst zu beweisen. Schmerzen sind ja primär ein Symptom eines körperlichen Schadens und ein Schutzmechanismus.
Bei erwärmtem Körper fällt dieser Schmerz aber häufig nicht auf, dennoch gibt es einige Wege, Verletzungen an Sehnen und Bändern vorzubeugen.
So sollten Kletterer das Loslassen üben und sich - besonders in niedrigen Höhen - nicht auf Biegen und Brechen mit den Händen halten. Die Kraft ruht auf den Füßen und diese sollten entsprechende Arbeit leisten. Gerade Anfänger wollen zu viel Arbeit mit den Armen und Fingern verrichten, die richtige Verteilung ist eine Übungsfrage.
Aber auch die Abwechslung ist wichtig, die stete Wiederholung ein und desselben Griffes fordert auch die Muskulatur sehr einseitig. Überlastungserscheinungen sind die Folge. Ob Klettertürme oder Felswände, ein bisschen Abwechslung schadet nie.
Auch das Aufwärmen ist natürlich ein wichtiger Teil des Prozesses. Finger und Handgelenk wollen genauso erwärmt werden wie Schultern und Beine. Dies kann spielerisch bereits auf dem Weg zur Kletterstunde gestehen. In diesem Artikel finden Sie einige Tipps zum Thema Aufwärmen. Außerdem ist es immer ratsam, mit einer leichteren Route zu beginnen, um Finger und Motorik zu erwärmen.
Schwachstelle Haut - Wunde und offene Finger
Doch nicht nur innere Verletzungen an den Fingern gehören zu den häufigeren Kletterverletzungen, auch die Haut ist extremen Belastungen ausgesetzt und Wunden an den Fingern gehören vor allem in der Anfangsphase zum Klettern dazu.
Wunden und Blasen entstehen beim Klettern wie auch beim Geräteturnen durch die Reibung, die der Griff mit sich bringt. Gerade beim Klettern ist die Gefahr groß, denn aufgerauter Stein reibt nun einmal schneller als gewachstes Holz.
Besonders fies ist die Reibung, wenn die Haut schon durch Schweiß angefeuchtet und entsprechend aufgeweicht ist. Mit Chalk wird die Haut vor dem ersten Anstieg getrocknet, was nicht nur schützt, sondern auch den Halt verbessert.
Ist der Schaden erst einmal entstanden und offene Blasen oder Wundstellen sind sichtbar, hilft nur noch Regeneration. Eine erneute Belastung verschlimmert die Hautschäden nur weiter. Hier bleibt lediglich der Trost, dass die Haut stärker als zuvor nachwächst. Eine Wundsalbe kann hier helfen, die Heilungszeiten zu verkürzen. Bei Shop Apotheke gibt es davon
eine besonders große Auswahl.
Schutz, Vorbeugung und Behandlung
Wunden und kleinere Wehwehchen lassen glücklicherweise mit der Zeit nach, denn der Körper bildet selbst eine schützende Hornhaut. Wer mit diesem kosmetischen Makel leben kann, sollte seine Haut unbedingt die Schutzarbeit verrichten lassen.
Gerade wer viel Chalk beim Klettern selbst benutzt, raut die Haut aber unnötig auf und entzieht (notwendige) Feuchtigkeit. Entsprechendes Fetten und Cremen nach dem Klettern ist erforderlich, um der Hand wieder die notwendige Feuchtigkeit zuzuführen. Und auch ein weiteres Patentrezept gibt es für die Regeneration: Händewaschen. Es mag banal klingen, aber saubere Haut regeneriert schneller. Weitere Tipps zur schnelleren Hautregeneration finden Sie
in diesem Forum.
Ist der Schaden allerdings erst einmal da, so ist Tape das beliebteste Mittel bei Kletterern. Tape deckt nicht nur wunde Haut ab und schützt ältere Wunden vor dem erneuten Aufreißen, es fängt auch Reibungshitze ab und bindet geschundene an gesunde Finger. Das Tape verleiht den Fingern eben jenen Schub an Kraft, den sie brauchen, um einen sicheren Halt zu gewährleisten. Hierbei gibt es verschiedene Techniken, je nach Art der Verletzung/Einschränkung.
Grundsätzlich sollte Tape aber nicht zur Dauerlösung werden, da die Finger selbstständig die Kraft und Geschmeidigkeit entwickeln und behalten sollen.
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