Es ist gefährlich, atemberaubend und voller Nervenkitzel - das Basejumping mit Wingsuits. Abgesprungen wird dabei im Unterschied zum klassischen Fallschirmsprung nämlich nicht aus dem Flugzeug, sondern von einem festen Punkt aus - zum Beispiel von Klippen, Felsen oder Gebäuden. Ein Spezialanzug mit großen Stoffflächen zwischen den Armen und Beinen, der sogenannte Wingsuit, verwandelt seinen Träger dabei für kurze Zeit in einen Vogel. Nicht umsonst wird unter den Extremsportlern auch der Begriff "Bird-Man" für die Spezialanzüge verwendet.
Und der Ausdruck trifft es ins Schwarze - durch die Luftströme funktionieren Wingsuits wie Flügel im Gleitflug. Der freie Fall wird zum Teil in eine Vorwärtsbewegung umgelenkt. Damit kann eine Gleitzahl von bis zu 1:3 erreicht werden - auf einen Meter Sinkflug legt der Basejumper so drei Meter horizontal zurück. Erfahrenen Wingsuit-Piloten ist es außerdem möglich, eine Distanz von bis zu 26 Kilometern mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 130km/h zurücklegen. Sicher gelandet werden kann allerdings dennoch nur mit Hilfe eines Fallschirms, der beim Sprung aus dem Flugzeug in etwa 1500 Metern Höhe geöffnet wird.
Doch wer Interesse am Wingsuit-Fliegen hat, hat einen langen Weg vor sich. So viele eindrucksvolle Zahlen der Sport in punkto Geschwindigkeit und Distanz auch vorweisen kann, das Risiko ist ebenfalls enorm hoch. Eine hohe Rate an Todesfällen hat zu strengen Auflagen für ein Ausüben des Wingsuit-Fliegens in Deutschland geführt. Nicht nur muss nämlich jeder Sprung genehmigt werden, mindestens 200 Fallschirmsprünge werden zunächst auch als Vorbereitung vorausgesetzt.
Selbst wenn man diese vorweisen kann, wird aber erst einmal kräftig am Boden trainiert, bevor es zum Training beim Skydiving - also Sprüngen aus dem Flugzeug oder Helikopter geht. Empfohlen wird außerdem ausdrücklich, vorher auch beim Basejumping ohne Wingsuits Erfahrung zu sammeln, bevor die Kombination beider Varianten ausprobiert wird. Erst dann ist man schließlich bereit, sich auf mehrere Kilometer hohe Berge oder Klippen zu begeben und mit dem Flügelanzug in die Tiefe zu stürzen.
Dass Wingsuit also nicht zum Breitensport gehört, hat durchaus seine Gründe. Konzentration, Körperbeherrschung und Geduld sind wichtige Eigenschaften für jeden Piloten. Wer neben jahrelanger Vorbereitung auch alltägliche Aspekte wie Planen, Packen, lange Anfahrten, Klettern und Wandern in Kauf genommen hat, auf den warten am Ende oft nur zwei bis drei Minuten Flugzeit. Doch in diesen wertvollen Sekunden kann der Birdman nicht nur atemberaubende Landschaften und Ausblicke genießen - ganz nebenbei erlebt er auch das Gefühl, wirklich frei zu sein - eben ganz wie ein Vogel.
Wingsuit-Liebhaber schwärmen daher von ihrem Sport und suchen nach immer weiteren, extremeren Flugsituationen. Besonders waghalsige Piloten wagten bereits Flüge durch extrem enge Felsspalten. Dazu und zu vielen anderen riskanten Manövern kursieren unzählige Videos im Internet. Nicht selten allerdings kosteten diese Stunts erfahrenen Wingsuit-Sportlern das Leben.
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