Eine neue Sportart, ohne feste Regeln, dafür mit immer neuen Techniken - beim Parkour wird die Stadt zum Spielplatz - Mauern, Zäune und Bauwerke zu den Spielgeräten. Bei der aus dem Militärtraining stammenden Trendsportart geht es darum, natur- aber vor allem menschengegebene Hindernisse möglichst effizient zu überwinden, ohne diese dabei einfach zu umlaufen.
Sprungtechniken, Klimmzüge, Laufen und Klettern - all diese Bewegungsabläufe sollte man beherrschen, wenn es in den Dschungel der Großstadt geht.
"Man braucht im Prinzip zwei Dinge: Viel Kraft in den Armen und eine ganz große Portion Mut", so eine Traceurin, die erst vor wenigen Monaten mit dem Parkoursport begann. Denn auch, wenn man den Klimmzug auf eine hohe Mauer geschafft hat, sind eine gesunde Selbsteinschätzung und Mut gefordert, um auf den nächsten Steinabsatz in über zwei Metern Entfernung zu springen.
Für Profis gibt es nach jahrelangem Training kaum noch Objekte, die nicht elegant und aus eigener Körperkraft überwunden werden könnten. Doch aller Anfang ist schwer und so werden zu Beginn einfache Techniken, wie beispielweise der Katzensprung erlernt. Bei diesem speziellen Hocksprung stützt man sich zunächst mit den Händen auf das Hindernis ab und führt dann die Beine zwischen seinen Armen hindurch. Auch der Wall-Flip kann schon früh eingeübt werden. Mit den Beinen wird sich dabei an einer Wand abgestoßen und an diese Bewegung ein Rückwärtssalto angeschlossen.
Auch die einfacheren Übungen bedürfen allerdings einem ausreichenden Training, denn die Verletzungsgefahr ist groß. Der Lernfortschritt hängt dabei immer vom einzelnen Sportler ab, auch wenn neue Techniken sich im Allgemeinen recht schnell angeeignet werden können da sind sich viele Anfänger einig. Dass es aber bei alldem nicht um das Messen mit Anderen geht, ist ein ungeschriebenes Gesetz unter den Parkour-Anhängern. Vielmehr stehen die eigenen Möglichkeiten und das, was man sich selbst zutraut, im Vordergrund. Jeder sollte auf sein individuelles Können achten und Fortschritte im eigenen Tempo erzielen, sonst kann es gefährlich werden.
Doch bei vernünftigem Herangehen hat man schnell Blut geleckt. Mauern, Geländer, Wände oder Gräben sind dann kein Problem mehr. Bei guter Ausrüstung man sollte immer auf festes Schuhwerk und weite, bequeme Kleidung achten wird der Parkour zu einer fun- und actiongeladenen Sportart. Dabei arbeitet man nicht nur effizient an Kondition und Fitness, bei den zahlreichen Techniken sind auch alle Muskelpartien des Körpers im Einsatz. Und ganz nebenbei schließt das Training auch den Kopf mit ein, denn wie Nachwuchs-Traceure und auch erfahrene Sportler immer wieder feststellen: "Es ist ein tolles Gefühl, wenn man einen neuen Bewegungsablauf beherrscht und das Hindernis schließlich geschafft hat!"
Wo aber kann man Parkour eigentlich ausüben? Vielerorts gibt es mittlerweile speziell auf die Trendsportart abgestimmte Gelände, wie beispielsweise im Münchner Olympiapark. Dort kann in der sogenannten "roten Stadt" an unterschiedlichsten Hindernissen oder Aufbauten geübt und trainiert werden. Auch in den meisten anderen deutschen Großstädten gibt es heute zahlreiche Parkour-Gruppen, die im Internet leicht zu finden sind und so heißt es für Interessierte schnell "ab in den Großstadtdschungel!"
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