Ehrlichkeit bei den Begehungen
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Anna Witt 


Beiträge: 985
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Beitrag vom: 30.11.2014 - 11:22
Und weil alle Begehungsarten bei den meisten Kletterern heute nur noch nach " für mich ist das noch" und für "mich ist das nicht mehr" definiert sind, kann man meiner Meinung nach die ganzen Begriffe in die Tonne kloppen.
Die sind bei jedem so unterschiedlich definiert, dass sie eigentlich gar nichts mehr aussagen.
Wenn Martin Grulich "Rotpunkt" sagt, weiss ich, er ist komplett mit Seil und Exen am Gurt von unten gestartet, und in der Route befanden sich max. die Bohrhaken.
Bei anderen heisst das, dass sie nur noch einen extrem kleinen und leichten Teil der Route vorgestiegen sind und dabei noch alles verlängert hatten.
Bei vielen liegt es irgendwo dazwischen.
Mich interessiert daher eh nur noch geklettert oder nicht geklettert wie beim Klettern ohne Seil.
Was anderes braucht mir keiner mehr erzählen.
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Martin Hagn 


Beiträge: 809
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Beitrag vom: 30.11.2014 - 11:29
Soll ja schon Fälle gegeben haben , bei denen der Umlenker nen halben meter nach unten verlängert worden ist, weil das Stück darüber und das clippen das schwerste war. Einfach mal die schwerste Passage weggelassen.
Herzlichen Glückwunsch!!!
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Kalle Demetz 


Beiträge: 3324
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Beitrag vom: 30.11.2014 - 12:04
es geht hier nur darum, ob die exen hängen oder nicht. bei den exen zählen handelnübliche exen (der eine kauft sich halt 10cm exen und der andere 20cm). kein vorklippen, kein verlängern über das handelsübliche maß etc.
in vielen klettergebieten und routen hängen exen fix (finde ich nicht gut). in den hallen sowieso und bei den wettkämpfen auch. bei allen schweren begehungen hängen die exen (und kletterer verdienen mit diesen begehungen geld). auch güllich ließ die exen hängen. und in der ursprünglichen definition von kurti stand auch nicht drin, dass man die exen bei jedem versuch aushängen muss (was oft anstrengender wäre als der versuch selber und weitere versuche an einem tag unmöglich machen könnte).
dann kamen halt nachträglich welche, die meinten, eine unterscheidung einführen zu müssen. es stimmt natürlich, dass es schwerer ist, die exen während des kletterns einzuhängen. aber diese unterscheidung verwendet nur ein geringer bruchteil der kletterer und ist sie in meinen augen somit irrelevant. |
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Martin Grulich 


Beiträge: 1067
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Beitrag vom: 30.11.2014 - 17:06
Hallo Neo,
wie Du jetzt merkst, sagt aktuell der Begriff "Rotpunkt" nicht mehr viel aus. Hauptsache, Du bist als Vorsteiger unterwegs. Du kannst Dir die Route eigentlich präparieren, wie Du willst. Schon 1986 wurden von Amerikanern beim Pinkpointklettern die Routen mit 5m-Schlingen vorgeklippt (hab´ ich gesehen ). Das mit den handelsüblichen Expressen ist halt Kalle´s Meinung und so sehen das zur Zeit wahrscheinlich auch sehr viele Kletterer...bis dann mal vielleicht eine Route daherkommt, wo was längeres doch praktisch wäre...
Ursprünglich musste man sich bei einer Rotpunktbegehung alles an einem Stück selbst von unten einhängen (auch mobile Sicherungen).
Wenn ich eine Route entsprechend meiner Vorstellungen präpariere, kann sich hier die Schwierigkeit und der moralische Anspruch natürlich gewaltig ändern. Wenn mir heutzutage also jemand stolz berichtet, dass er "New Dimensions" an der Ankatalwand/Fränkische Schweiz Rotpunkt geklettert hat, bleibt mir nichts anderes übrig, als hier genauer nachzufragen. In der Regel wäre dann meine Antwort: Gratulation - DIE "New Dimensions" war das allerdings nicht Und dann sehe ich betroffene Gesichter
Zur Zeit des technischen Kletterns in den 60ern und 70ern hatten wir schon mal das gleiche Thema. Um in der Öffentlichkeit gut dazustehen differenzierten die damaligen Spitzenkletterer auch nicht mehr (zwischen Freiklettern und technischem Klettern), aber mit Reinhold Messner kam dann, wenn auch mit schweren Geburtswehen, der Wertewandel.
Ich kann mir gut vorstellen, dass man in Zukunft auch mal wieder mehr differenzieren wird, egal wie man das dann nennt...
Gruß Martin
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Andi Müller 

Beiträge: 25
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Beitrag vom: 30.11.2014 - 17:10
Kalle, aber wo ist der Unterschied zwischen einem Keil und einer Schlinge die nen halben Meter ist? Außer das es ein optisches vielleicht ist und ein Keil quasi besser aussieht 
Du sagst bei nem halben Meter ist bei dir die Grenze überschritten.
Verlängerst du bei deinen Routen und Projekten?
Wobei wir beim nächsten Thema wären: Nachklippen der Verlängerung. Also quasi zwischen den bestehenden Haken einen zusätzlichen Sicherungspunkt schaffen. Rotpunkt, Pinkpoint oder ...? 
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Chris Bauer 


Beiträge: 322
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Beitrag vom: 30.11.2014 - 17:12
Betroffene Gesichter gehen ja noch, manchmal wird man richtig angegriffen wenn man kritisch nachfragt und kommentiert. |
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Kalle Demetz 


Beiträge: 3324
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Beitrag vom: 30.11.2014 - 17:18
Ich hab 10cm Exen und verlängere eigentlich nur, wenn das Seil dumm über eine Kante laufen würde oder ähnliches.
Keile legen ist immer eine legitime Methode der Absicherung und bei vielen Touren werden Keile fest mit einkalkuliert.
Von Schlinge einbauen und zwischenklippen halte ich nichts. Sonst kann man sich neben die tour auch ein Fixseil hängen und jeden Meter einen Knoten für eine Zwischensicherung machen.
Schlingen mehrmal klippen mache ich nur, wenn ich für einen Anfänger eine Tour einrichte, der gerade das Vorsteigen lernt 
Aber das ist halt meine Meinung. Wie man sieht, hat da Martin und Anna wieder eine ganz andere Einstellung (sicher die Konsequenteste). |
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Andi Müller 

Beiträge: 25
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Beitrag vom: 30.11.2014 - 17:20
Was kritisch nachfragt? Mein Kommentar war nicht spättisch gemeint, sondern eher als Frage konzipiert. Ob die Forumsmitglieder das praktizieren oder ablehnen.
Ist ja nicht verwerfliches, hängt ja immer von der Nervenstärke oder der Ideologie des Einzelnen ab. |
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Andi Müller 

Beiträge: 25
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Beitrag vom: 30.11.2014 - 17:27
Also Kalle du verlängerst also auch nicht wenn du eine Tour unbedingt machen willst, aber feststellst das du dich da nicht wohlfühlst die Route aber saugeil findest?
Du probierst/projektierst diese route wahrscheinlich dann gar nicht?
Und das andere Thema: Man könnte auch jeden Meter nen Keil legen |
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Kalle Demetz 


Beiträge: 3324
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Beitrag vom: 30.11.2014 - 17:29
es gibt sicher einige, die das nicht so eng sehen. und natürlich darf das jeder - ich klettere auch viele touren einfach nur im top rope 
die frage ist halt, wie man die begehung danach nennt. ob onsight, flash, rotpunkt, pinkpoint, top-rope, rotkreis, rotkreuz, jo-jo, geklettert oder wie auch immer. |
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