Olympia
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Plauderecke
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Anna Witt 


Beiträge: 985
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Beitrag vom: 05.02.2014 - 19:23
Wie handhabt ihr das Thema Olympia und die damit verbundenen Menschenrechtsverletzungen und Umweltsünden? Boykottiert ihr die ganze Veranstaltung auch oder schaut ihr sie euch an? |
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Kalle Demetz 


Beiträge: 3324
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Beitrag vom: 05.02.2014 - 19:31
Ich werde mir sicher die ein oder anderen Wettkämpfe anschaun. Je nach Zeit, Lust und Laune.
Ich denke, man muss unterschieden zwischen dem Sport und dem Drumherum.
Dass das IOC korrupt ist (wie auch die FIFA und viele andere Verbände) sowie die Menschenrechtsverletzungen und Umweltsünden ist ein anderes Thema. Hier bringt es sicher am meisten, wenn sich die Bevölkerung wie bei München gegen die olympischen Spiele ausspricht. |
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Anna Witt 


Beiträge: 985
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Beitrag vom: 05.02.2014 - 19:40
Ich glaube die Menschen in Russland wurden da nicht gefragt.
Und schon gar nicht die, deren Häuser einfach mal weg gerissen wurden.
Das ist bei unser etwas anders als dort. |
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Kalle Demetz 


Beiträge: 3324
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Beitrag vom: 05.02.2014 - 19:56
Da hast Du natürlich Recht. Aber wenn man es bei sowas so genau nimmt, dann müsste man seinen gesamten Konsum komplett umstellen. Und von heute auf morgen wäre Deutschland ein armes Land, da wir nur durch Ausbeutung anderer Länder leben (billige Rohstoffe einkaufen, ein bisschen aufwerten und teuer verkaufen).
Die ganze Gesellschaft funktioniert so (auch Deutschland intern). Wenn zwei Bäcker Brezen verkaufen, dann muss einer 3 Brezen herstellen, um sich beim Anderen eine Breze kaufen zu können (der Rest sind Steuern etc.). Damit sich Bäcker zwei seinen Lebensunterhalt leisten kann, muss es jemanden geben, der noch billiger produziert...
Unser System funktioniert also nur, so lange es jemanden gibt, der weniger hat...
Ich empfinde dieses Prinzip nicht als gut, aber es können nur Die ganz oben ändern. Kapital gehört fair verteilt, dann könnten alle gut leben, aber....
Zurück zum IOC - hier müssten die Verantwortlichen das Konzept ändern und die olympischen Spiele nur noch an Länder vergeben, die Menschenrechte etc. achten. Aber das haben Andere in der Hand und so lange das Geld regiert... |
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Anna Witt 


Beiträge: 985
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Beitrag vom: 05.02.2014 - 20:08
Wenn ich mich in die Situation der Menschen versetze, die dort gelitten haben und leiden, damit andere Spass haben, dann täte es mir gut, die Solidarität anderer zu spüren und es täte mir weh, wenn alle einfach nur diesen Spass haben und keiner mitfühlt und auf diesen Spass verzichtet.
Ich weiss, dass man die Welt nicht verändern kann. Aber hier wäre es so einfach, Menschen zu zeigen, dass wir nicht auf ihre Kosten Spass haben wollen, sondern auf ihrer Seite stehen. Ich glaube, dass kann manchmal einfach schon gut tun, auch wenn es an der eigentlichen Situation nichts ändert.
Ich will hier keinen zu irgendetwas zwingen, sondern nur zum Nachdenken anregen.
In anderen Bereichen denke ich auch darüber nach, auch wenn ich sicherlich nicht immer fair konsumiere und deswegen auch oft ein schlechtes Gewissen habe. |
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Kalle Demetz 


Beiträge: 3324
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Beitrag vom: 05.02.2014 - 20:21
Ich verstehe Dich und unterstütze Deine Einstellung.
Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass es ein Russe mitbekommt, ob in Deutschland jemand demonstriert oder wie hoch die Einschaltquoten sind? Dem IOC ist das auch egal, die ziehen ihr Ding durch. Ob wir feiern ist denen genauso egal, die feiern sich selbst...
Das erinnert mich an die Politik, denen die Wahlbeteiligung egal ist (bis auf die Wahlkampferstattung, die sie pro Stimme bekommen). Es sagt auch keiner, dass die Partei mit 40 Prozent Wählerstimmen maximal 20 Prozent der Bevölkerung hinter sich hat!
Idealismus ist gut, wird aber nichts ändern. |
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Hartwig Pudzich 


Beiträge: 142
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Beitrag vom: 05.02.2014 - 20:55
Ein schwieriges Thema - ich bin gegenüber jedem großen Sportereignis sei es Olympia, oder die großen internationalen Meisterschaften (Fußball, Leichtathletik, etc.) relativ skeptisch.
Warum: es sind funktionärs-politische Entscheidungen und auch "indirekte Absprachen" die teilweise sinnlose Ergebnisse, z.B. eine Fußball WM im Hochsommer in der Wüste ;), hervorbringen.
Was die Winterolympiade angeht, werde ich die wohl mitbekommen, und sei es nur auf irgendeinem News-Ticker den ich an meinem Arbeitsplatz laufen habe, oder in den Nachrichten.
Was da im Vorfeld an Repressionen, Enteignungen, Vergehen gegen die Menschenrechte, Umweltschäden, etc. vorgegangen ist, ist schon ziemlich massiv, aber nicht viel im Vergleich zu dem was momentan in Katar stattfindet :(.
Die nächsten beiden Veranstaltungen in Brasilien, sind auch nicht signifikant besser.
Trotzdem ist der olympische Gedanke einer der ansprechendsten, und ich hoffe das die Spiele friedlich sind, und im Nachhinein die entstandene Infrastruktur sinnvoll weitergenutzt werden wird.
Grüße
Hartwig |
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Kalle Demetz 


Beiträge: 3324
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Beitrag vom: 05.02.2014 - 21:55
das mit der infrastruktur ist meist ein problem. hab heute einen bericht über die wm in südafrika gesehen. die stadien werden kaum mehr benutzt (max 10 mal pro jahr) aber verschlingen millionen an unterhalt. das geld fehlt natürlich an anderer stelle. tourismus ist seit der wm eher zurück gegangen.
wie hartwig schon geschrieben hat, gibt es den olympischen gedanken aber noch, daher sollte man wirklich zwischen den spielen und dem drumherum unterscheiden.
ein positives haben die olympischen spiele meiner meinung nach jetzt schon. es wird seit monaten über die menschenrechte in russland diskutiert, was ohne den spielen sicher nicht der fall wäre. |
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Hartwig Pudzich 


Beiträge: 142
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Beitrag vom: 05.02.2014 - 22:11
Es gab in den letzten Jahren auch schon halbwegs positive Veranstaltungen, z.B. die WM 2006 hier in Deutschland, oder auch die Sommerspiele vor 2 Jahren in London, wo zumindest relativ wenig Infrastruktur neu gebaut werden musste, die Aufwendungen für Sicherheit der Veranstaltung etc. wird anders verrechnet.
Ich finde es halt schon paradox, da geben Nationen viel, viel, viel Geld aus um für 2 Wochen Olympische Spiel auszurichten, und im Großteil der Fälle verkommen große Teile der geschaffenen Infrastruktur, einfach weil die nachher nicht mehr gebraucht werden
Grüße
Hartwig |
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Kalle Demetz 


Beiträge: 3324
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Beitrag vom: 05.02.2014 - 22:22
ja, das ist echt schwachsinn. ich finde das prinzip gut, dass stadien z.t. mobil gebaut und nach den spielen tlw. wieder abgebaut werden.
ich denke, dass langsam ein umdenken kommt. da helfen natürlich proteste weiter.
oberstes gebot sollten aber die menschenrechte haben. es werden zig millionen verdient, da kann es doch nicht so schwer sein, die arbeiter fair zu zahlen bzw. hauseigentümer entsprechend zu entschädigen. würde von den kosten her wahrscheinlich gar nicht groß auffallen.... |
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