wie soll man da reagieren?
Kletterforum ->
Sicherungstechnik
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Anna Witt 


Beiträge: 985
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Beitrag vom: 22.02.2013 - 21:02
Mich interessiert mal, wie ihr mit der folgenden Situation umgehen würdet und warum:
Wir waren heute, was selten vorkommt, mal in ner Kletterhalle. Das ist so ne kleine Halle von den Naturfreunden in einem Fitnessstudio.
Darum kletterten wir zu dem Zeitpunkt dort auch nur mit zwei Seilschaften.
Auf einmal kommt eine Familie um die Ecke, Mutter und Tochter ziehen sich einen Gurt an und die Mutter kommt auf mich zu und sagt: "Könntest du noch mal drauf schauen, wenn ich den Knoten mache? An der Anmeldung haben sie mir gesagt, hier sei schon jemand, der es mir zeigen kann.Ich hab das schon mal gelernt, aber ich bin mir nicht mehr sicher"
Ich hab kurz gezögert und hab dann gesagt: " Mach den Knoten, ich sag dir dann ob er richtig ist." Eigentlich dachte ich, dass nun ein Achterknoten folgen würde, aber die Mutter fing an, mit ihrem Tube zu hantieren und meinte daran irgendeinen Knoten machen zu müssen.
Auf jeden Fall wurde klar: Sie hat keine Ahnung, wie man einen HMS macht, keine Ahnung, wie man ein Tube benutzt, keine Ahnung, wie man einen Achter macht etc.
Was hättet ihr jetzt gemacht und warum? |
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Thomas Zilch 


Beiträge: 293
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Beitrag vom: 22.02.2013 - 21:35
ich hätte gesagt hallo du kannst das nicht das ist zu gefährlich mach erst mal nen kurs. evtl. für diesmal genau gezeigt das sie klettern können dann aber klargemacht das sie das in zukunft sein lassen sollten. ist mir auch schon mal passiert, die leute waren einsichtig ... hätte dann halt noch bischen geschaut was die da so machen ... das ist vielen ja gar ned bewußt wie gefährlich das ist. sieht man ja in de hallen beim sichern was da abgeht. passiert halt nix weil nix passiert, sprich keiner fällt. |
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Anna Witt 


Beiträge: 985
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Beitrag vom: 22.02.2013 - 22:03
Ich habs nicht gemacht.Erstens war es mir unsympathisch, dass die Mutter erst so tat, als wäre sie sich nicht mehr so ganz sicher, obwohl sie in Wirklichkeit keine Ahnung hatte, zweitens hatte ich den Eindruck, dass sie nicht wirklich logisch denkt, drittens sahen die so reich aus, dass sie sich einen Kurs leisten können und viertens sahen sie so aus, als würden sie nicht zögern, jemanden zu verklagen, wenn doch was passiert.
Im Endeffekt haben dann zwei Jugendliche (weiss nicht ,ob die schon 18 waren) von den Naturfreunden, die im Boulderbereich rumhingen, die Aufgabe übernommen. Die konnten aber selber kaum klettern und sichern lassen hätte ich mich von denen nicht. Die haben dann der Mutter ungefähr 20 Min beigebracht, wie man sichert und auch ab und zu mal hingeschaut. Die Mutter hat sich extrem blöd angestellt und auch nach zwei Stunden gab es noch brenzlige Situationen. Z.B. kam die Mutter mit dem Seilhandling nicht zurecht und das Seil hing in einer so grossen Schlaufe, dass die Kleine wieder auf der Erde gelandet wäre.
Um der Mutter das verantwortungsvoll beizubringen, hätte man wahrscheinlich die gesamten zwei Stunden daneben stehen und das Seil halten müssen. Ganz ehrlich, wenn ich Eintritt zahle um zu klettern, sehe ich es nicht als meine Aufgabe an, stundenlang nen kostenlosen Kletterkurs zu geben.
Alles andere* wäre mir rechtlich zu gefährlich gewesen. (*also zeigen und dann, obwohl sie es nicht richtig peilt, selber klettern.)
Die Mutter hatte ja angeblich sogar schon nen Kurs gemacht! |
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Kalle Demetz 


Beiträge: 3324
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Beitrag vom: 22.02.2013 - 23:02
ich finde du hast es genau richtig gemacht. erstens haftest du, wenn du jemandem etwas erklärst und die person danach einen fehler macht. dann kann man in 15 minuten gar nicht alles lernen, was wichtig ist.
ich weiß, ich werd gleich wieder geschimpft. aber ich finde, solche leute sollen einen kurs machen. das zeigt dann auch was von verantwortungsbewußtsein gegenüber der gesundheit der kinder. |
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Anna Witt 


Beiträge: 985
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Beitrag vom: 22.02.2013 - 23:33
Sie hatte ja scheinbar schon nen Kurs gemacht. Da ist aber wohl nichts hängen geblieben. Die hat sich aber auch wirklich ungeschickt angestellt. Ich glaub, die hätte eher 20 Kurse gebraucht. (Oh, das war jetzt nicht nett ) |
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Christina Stölzel 


Beiträge: 185
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Beitrag vom: 24.02.2013 - 07:28
Wow, blöde Situation. Aber ich glaub ich hätts auch nicht gemacht. Ich hätt sie wieder zur Kasse geschickt und ihr erklärt, dass das zu riskant ist für sie und ihre Tochter in so nem Schnellverfahren jetzt das Sichern zu lernen, denn ich gehe davon aus, dass sie nicht Schuld sein will, wenn ihre Tochter mit gebrochenen Fersenbeinen oder Querschnittsgelähmt oder sonst was im Krankenhaus landet. Und denen an der Kasse hätt ich auch erstmal was erzählt, denn wenn sie so jemanden rein lassen stehts doch wenn überhaupt in deren Verantwortung da drauf zu schauen und ihr das ggf. nochmal zu zeigen.
@ Kalle: Dass man dafür haftet, wenn man jemandem was zeigt und es passiert was, ist also wirklich so, oder? Wenn ich das anderen Leuten sag, will mir das immer niemand glauben! |
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Kalle Demetz 


Beiträge: 3324
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Beitrag vom: 24.02.2013 - 09:54
ja, das ist so. das problem ist, dass die gesetzeslage recht schwammig ist und es solche und solche urteile gibt. man haftet also nicht generell, muss aber im zweifelsfall mit einer verurteilung rechnen. die situation ist übrigens immer so, dass der erfahrenere für den unerfahreneren mithaftet (egal ob schein oder nicht, egal ob privat oder gewerblich).
warum meinst du, dass es in kaum einer kletterhalle eine hallenaufsicht gibt? so wird auf eigene gefahr geklettert und bei hallenaufsicht haftet der betreiber.
hierbei hängt auch immer ab, welche rolle man übernimmt (führungsrolle etc.) und ob man den eindruck erweckt, dass man sich auskennt (was man macht, indem man jemanden sichern zeigt).
diese rechtssprechung ist echt verzwickt und meiner meinung absolut fehl am platz. es sollte dem gesetzgeber doch lieber sein, wenn man jemanden auf einen fehler aufmerksam macht als dass ein unfall passiert. wahrscheinlich will so der gesetzgeber vor wichtigtuern schützen. hab aber keine ahnung
wenns jemand einfach nicht peilt, dann soll die person einen kindergeburtstag buchen. ist doch wie beim autofahren, wenn einer den führerschein nicht schafft, dann muss er halt mit dem zug oder dem taxi fahren... |
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Anna Witt 


Beiträge: 985
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Beitrag vom: 24.02.2013 - 12:32
Das was Kalle beschreibt, hab ich auch schon gehört. Deshalb bin ich ja so vorsichig. Ich hab mir echt mühsam abgewöhnt, Kletterer auf Fehler aufmerksam zu machen (ausser Flüchtigkeitsfehler), weil man sonst im Zweifelsfall den restlichen Klettertag die Verantwortung für den Scheiss trägt, den die machen. Da muss man echt im Zweifelsfall weggucken. Das ist eigentlich unmenschlich, aber der Gesetzgeber will es scheinbar so. (Bei Kindern misch ich mich allerdings ein, denn die verantworten noch nicht selbst, von wem sie sich sichern lassen.)
Wenn ich allerdings nem Freund was zeige und ihn dann auch den ganzen Tag im Auge habe, habe ich damit kein Problem.
Ich entlasse ihn dann ja nicht mit irgendeiner Zertifikation, dass er alles alleine könne. Wenn er dann alleine irgendwann mal Scheiss baut, glaub ich nicht, dass ich dafür verurteilt werden kann.
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Martin Hagn 


Beiträge: 809
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Beitrag vom: 24.02.2013 - 13:53
Also ich würde die Aussage verweigern und anraten einen Kurs zu Besuchen.
Waren machen Menschen ihr Problem einfach zum Problem ihrer Mitmenschen um sich selbst Unannehmlichkeiten oder zeit und Arbeit zu ersparen? |
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Heiner Müller 

Beiträge: 39
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Beitrag vom: 24.02.2013 - 18:49
sie machen ihr problem zu dem ihrer mitmenschen, weil in der versicherungsgesellschaft immer ein anderer schuld ist oder ein anderer haftet.
selber verantwortung zu übernehmen für das, was man tut, ist einfach nicht mehr angesagt.
und wenn man dann mal keinen findet, der sich recht offensichtlich anbietet, dann wird "der anwalt" das schon so drehen... |
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