Kennt jemand den tatsächlichen Grund?
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Plauderecke
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Tina Fraunholz 


Beiträge: 238
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Beitrag vom: 09.05.2023 - 18:19
Hier ein kopierter Bericht:
"Ein erfahrener Kletterer aus Göppingen rutschte beim Abseilen an der anspruchsvollen Kletterroute „Nixalsverdruss“ an den Haselstaudener Wänden bei Obertrubach ab und fiel circa acht Meter in die Tiefe. Hierbei erlitt er schwere Verletzungen.
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Nach der Bergung durch die Bergwacht wurde er mit dem Rettungshubschrauber in ein Klinikum geflogen. Trotz der großen Höhe beim Sturz bestand glücklicherweise keine Lebensgefahr. Zur genauen Unfallursache wird durch den Klettersachbearbeiter ermittelt."
So ähnlich auch in der Süddeutschen Zeitung gefunden.
Schreiben vermutlich gegenseitig ab.
Wieso seilt man sich ab in einer Sportkletterroute? Dann gibt es wohl keinen Sicherungspartner, der was falsch gemacht hat. Oder meinten die Reporter Ablassen. Ob die Route anspruchsvoll ist , ist in beiden Fällen irrelevant.
Mich regt das so auf, dass man daraus gar nichts erkennen kann, mir aber trotzdem das vorgelesen wird , als Beweis wie gefährlich unser Sport wäre.....
In einem anderen Bericht hieß es , der Kletterer wäre 19 Jahre alt ... Ich wüsste gerne den vermutlich dämlichen und vermeidbaren Fehler, den die Seilschaft gemacht hat.
Hoffentlich erholt sich der junge Mann gut. |
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Rainer L. 


Beiträge: 169
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Beitrag vom: 10.05.2023 - 10:51
Es gibt verschiedene Gründe, sich abzuseilen
1. Du musst ohnehin fädeln.
2. Die Route ist zu lang und enthält Querungen
3. Die Falllinie des Umlenkers enthält Absätze.
4. Du willst Dein Seil schonen (Seilzug)
5. Es gibt keinen richtigen Umlenker, sondern nur einen Haken, den Du als sozial eingestellter Kletterer schonen möchtest.
Mehr fällt mir gerade nicht ein.
"Abrutschen beim Abseilen" hört sich eher so an, als dass er beim Einrichten der Abseilstelle abgerutscht ist. 8 Meter muss fast oben gewesen sein. |
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Tina Fraunholz 


Beiträge: 238
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Beitrag vom: 10.05.2023 - 11:52
@Rainer
Deine Gründe mögen richtig sein, in anderen Gebieten oder anderen Routen.
Die Haselstaudener Wände sind max 20 Meter hoch, und die Route Nixalsverdruss ist 15 Meter. Es ist die schwerste Route mit 8- an dem Fels. Es ist bei uns in Franken absolut unüblich. Das wird nur von manchen zum Üben für Alpin praktiziert.....
Wenn der Kletterer das so von seiner Heimat gewohnt war, dann frage ich mich wo er seine Brusig Schlinge war? Ich habe die in Franken nicht am Gürtel, auch keinen großen Karabiner* oder Tuber, was man wohl zum Abseilen dabei haben sollte.
Was hat ihn gezwungen abzuseilen, oder warum hat er nicht alles dabei, um sich auch zu hintersichern ( Redundanz)? Oder warum hat der Sicherer nicht das Seil gehalten?
Ich würde einfach den Fehler in der Kette erfahren....
Schöne Grüße |
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Nicolas Benezan 


Beiträge: 71
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Beitrag vom: 13.05.2023 - 16:29
Abseilen ist eigentlich absolut üblich, um eine Route abzubauen. Das schont das Seil und auch den Umlenker vor Abrieb. Meine Hallenseile bekommen immer in der Mitte dicke Stellen, weil man beim Ablassen den Mantel immer richtung Mitte schiebt.
Leider passieren statistisch gesehen beim Abseilen sehr häufig Unfälle. Beim letzten der abseilt kann man leider keinen Partnercheck mehr machen. Deshalb muss man sich immer sehr gewissenhaft selber kontrollieren und einen Belastungstest machen, bevor man die Sicherung aushängt.
In großer Hektik (einsetzender Regen) ist es mir selbst auch schonmal passiert, dass ich den Karabiner* des Tubers noch in einer Materialschlaufe drin hatte. Habs zum Glück gleich gemerkt. Seitdem bewahre ich Abseilgerät grundsätzlich nur noch an den hinteren Materialschlaufen auf.
Fehlende Hintersicherung oder Ausbruch des (einzigen) Hakens sind weitere mögliche Unfallursachen. Aber das ist alles nur Spekulation. Das Blöde an solchen Zeitungsberichten ist, dass die Ursache so gut wie nie bekannt wird. Wenn die Wochen nach dem ersten Artikel endlich ermittelt ist, interessiert sich die Zeitung schon lange nicht mehr dafür. |
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Tina Fraunholz 


Beiträge: 238
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Beitrag vom: 18.05.2023 - 18:14
Hi Nicolas, wirklich es ist in Franken NICHT üblich sich abzuseilen. Ob es wünschenswert wäre, weiß ich nicht....
Bei uns gibt es meist nur einen Umlenkhaken, meist ein wenig größer oder dicker als der Rest. Manchmal einen Ring oder Sauschwanz oder auch einen stabilen Schnapper, sehr selten eine zweiten Haken. Ich habe auch schon recht durchgeschliffene Umlenker gesehen, die dann von einem Spender mit einen
Schraubglied versehen wurden ( manchmal aus dem Baumarkt, also Achtung!)
Allerdings ist es es üblich beim Projektieren oder im Toprope nicht direkt im Haken dies zu tun.
Leider interessiert sich die Zeitung nicht für den tatsächlichen Grund. Dieser Unfall und der Bericht werden vom Nicht-Kletterer allerdings mal wieder als Beweis angeführt wie gefährlich klettern ist.
P.S. Ich musste mal eine Versicherung ein Formular komplett neu ausfüllen, da ich als Sportart Freeclimbing angekreuzt hatte. ( Sportklettern war dann auch noch aufgeführt, so weit hatte ich nicht gelesen) - Der Vertreter hielt das natürlich für Free Solo, und behauptete, daß die Versicherungsgesellschaft dies auch so verstehe |
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