Unfall beim Abseilen
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Sicherungstechnik
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Anna Witt 


Beiträge: 985
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Beitrag vom: 10.04.2015 - 22:17
Am Donnerstag ist in der Fränkischen wieder ein Kletterer beim Abseilen abgestürzt. Gefühlt passiert hier mindestens ein solcher Unfall (Umbauen/ Abseilen) pro Jahr.
Aber warum?
Der Vorgang des Umbauens und Abseilens ist so einfach und logisch, dass sich Fehler eigentlich nur durch Unaufmerksamkeit erklären lassen.
Deshalb, bevor ihr die Selbstsicherung löst:
- Kontrolliert immer nochmal, dass ihr auch wirklich den Haken/ Ring gefädelt habt und nicht euren eigenen Karabiner.
(Kein Witz, hab ich schon gesehen.)
- Schaut beim Abseilen, dass beide Enden unten sind und nutzt ggfs. Knoten im Seilende/ Prusik.
- Schaut immer noch mal, dass ihr beim Abseilen beide Enden im Achter/ Tube habt.
- Am besten entlastet ihr die Selbstsicherung probeweise und testet somit das neue System (Abseilen oder Ablassen), bevor ihr sie aushängt.
-Prüft den Haken und den Fels , in dem er steckt!
- Wenn die Kommunikation mit dem Kletterpartner möglich ist, kann man als Partner die oben stehenden Punkte auch nochmal kurz abfragen:
Beim Ablassen sind die Fragen an den Kletternden: Richtig gefädelt? Knoten in der richtigen Schlaufe? Knoten richtig?
Die Fragen an den Sichernden sind: Hast du mich in der Sicherung? Seil richtig eingelegt? Richtige Schlaufe? Karabiner* zu? Ggfs. Richtiges Seil?
Beim Abseilen fragt man den KLetternden:
Richtig gefädelt? Sicherungsgerät* richtig eingelegt? Richtige Schlaufe? Karabiner* zu? und schaut, dass beide Seilenden unten sind.
In diesem Sinne: Passt gut auf euch und euren Partner auf und besonders abends, wenn alle müde sind und nur noch schnell in den Biergarten wollen, schaut, dass keine Flüchtigkeitsfehler passieren.
Dem verstorbenen Kletterer hilft das jetzt leider nicht mehr, aber vielleicht hilft es ja euch.
Den Freunden und Verwandten des Verstorben wünsche ich auf diesem Weg viel Kraft. |
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Kalle Demetz 


Beiträge: 3324
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Beitrag vom: 10.04.2015 - 22:39
Weißt Du die Unfallursache?
Mir ist die Kommunikation zwischen dem Kletterer und dem Sicherer immer sehr wichtig und schaue bzw. frage lieber einmal zu oft, als zu wenig |
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Anna Witt 


Beiträge: 985
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Beitrag vom: 10.04.2015 - 22:48
Ne, die angegebene Unfallursache ist eine Fehlbedienung des Abseilgerätes. Aber man weiss ja, wie wenig Ahnung die Polizei und die Presse vom Klettern haben und was da oft für ein Mist geschrieben wird. Am Ende gehts mir auch gar nicht um den konkreten Fall. Es ist einfach so unnötig, dass so viele Unfälle dieser Art geschehen. Genauso wichtig wie der Partnercheck vorm Losklettern ist auch in diesem Moment eine persönliche Checkliste und ein kurzes Timeout, um diese ab zu arbeiten.
Wenn ein indirekter Partnercheck möglich ist, ist dies natürlich ideal. |
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Martin Grulich 


Beiträge: 1067
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Beitrag vom: 11.04.2015 - 00:22
Halte es für am effektivsten, die Sebstsicherung erst dann zu lösen, wenn das Abseilsystem getestet wurde. So mache ich das jedenfalls auch immer. Andere Kletterer haben mich schon öfters lautstark darauf aufmerksam gemacht, wenn nur ein Seil zum Boden reichte Das war dann in den meisten Fällen so gewollt - trotzdem gut!
Gruß Martin |
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Anna Witt 


Beiträge: 985
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Beitrag vom: 11.04.2015 - 00:44
Hab ich grad noch gefunden:
http://www.alpenverein.de/chameleon/public/14474/p_sic_14474.pdf |
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Tina Fraunholz 


Beiträge: 238
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Beitrag vom: 11.04.2015 - 10:29
Wollt grad zum Thema Abnutzung der Umlenkhaken vorschlagen, dass sich jeder abseilt, da das die Umlenker am wenigsten durchschleift... aber mein Vorschlag war einerseits nicht ernsthaft, da ich das beim Sportklettern für umständlich und nicht durchsetzbar halte ( auch aus egoistischer Sicht: dauert zu lange) aber , das bekommt hier ja noch einen anderen Aspekt, nach so einem Unfall.
Ich habe im Internet zu diesem Fall ein Foto gefunden, hier wird scheinbar der Achter des Verunfallten gezeigt. Der ist so stark abgenutzt, dass der das sicher SEEHR oft gemacht hat und eine Fehlbedienung wohl nicht aus Unwissen passiert ist.
http://www.nordbayerischer-kurier.de/media-gallery/detail/755349/445834
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Anna Witt 


Beiträge: 985
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Beitrag vom: 11.04.2015 - 18:45
Hi Tina
Unter dem Aspekt sind natürliche Sauschwänze oder ein zu öffnender Schraubkarabiner oder zwei gegenläufige Schnapper am sichersten, da sich dabei der Kletterer nicht ausbinden muss. Andererseits sollte ein Umbauen oder Abseilen schon zumutbar sein. Das Problem dabei entsteht denke ich nur bei mangelnder Konzentration auf die Tätigkeit, sei es durch Überforderung (vor lauter Panik nicht mehr klar denken können) oder ( sicher häufiger) durch Unterforderung (die Gedanken sind schon bei der nächsten Route oder dem abendlichen Bier). |
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Anna Witt 


Beiträge: 985
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Beitrag vom: 19.04.2015 - 08:58
Es scheint so zu sein, dass der Kletterer mit dem kompletten Seil unten lag. Was die Polizei dann gross ermitteln muss, ist mir allerdings ein Rätsel. Eigentlich reicht doch ein Blick um zu verstehen, was passiert ist. Für mich gibts fünf Möglichkeiten:
1. Ein Abseilgerät in beiden Seilsträngen und ein Haken aufgefädelt: Der Haken ist raus gekommen. -> nur bedingt vom Kletterer vermeidbar durch Prüfen des Hakens und des umgebenen Fels oder Redundanz
2. Ein Abseilgerät in beiden Seilsträngen und kein Haken gefädelt: Der Haken wurde nicht gefädelt.-> leicht vermeidbar durch Belasten der Abseilkette vorm Aushängen der Selbstsicherung
3. Ein Abseilgerät in nur einem Seilstrang und Kletterer nicht eingebunden: nur ein Seilende eingelegt-> leicht vermeidbar, siehe 2.
4. Kein Abseilgerät im Seil: Kletterer hat versucht den Abseilpunkt ungesichert zu erreichen.-> leicht vermeidbar
5. Auffindesituation wie 3.: ein Seilende deutlich zu kurz-> leicht vermeidbar, da dort ja eine ganze Gruppe unterwegs war
Also: Keine Angst vorm Klettern, nur genügend Konzentration in den entscheidenden Momenten, Autofahren in Franken ist weitaus gefährlicher!
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Kalle Demetz 


Beiträge: 3324
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Beitrag vom: 19.04.2015 - 09:26
Hört sich wie ein selbst verschuldeter unfall an. ich denke, dass es kein hakenausbruch ist, denn das hätte man sofort festgestellt (der haken müsste ja unten im seil eingehängt liegen) und auch entsprechend veröffentlicht.
ich könnte mir vorstellen, das seil durch den karabiner* der selbstsicherung gefädelt. hätte sich dann durch einen check einfach vermeiden lassen.
oder seil zu kurz bzw. ungleichmäßig durchgefädelt. ist schwerer festzustellen, müsste man die seilenden zum sicherungsgerät* abmessen. |
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Tina Fraunholz 


Beiträge: 238
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Beitrag vom: 11.06.2015 - 12:55
Gibt es hier ERGEBNISSE der Untersuchung? Wo könnte man die finden? |
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