Sicherungstipps zur Umlenkung
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Sicherungstechnik
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Kalle Demetz 


Beiträge: 3324
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Beitrag vom: 23.07.2014 - 01:46
Der tragische Unfall an der Martinswand bei Innsbruck hat leider wieder einmal gezeigt, dass - egal ob beim Mehrseillängenrouten- oder Sportklettern - der Standplatz bzw. Umlenker einer der kritischsten Punkte in der Sicherungskette ist.
Unter folgendem Link findest Du ein paar Sicherheitstipps dazu:
http://www.alpinesicherheit.at/de/Sicher-am-Stand |
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Thomas Zilch 


Beiträge: 293
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Beitrag vom: 23.07.2014 - 09:13
weiß man warum? die atikel die man aktuell findet sagen das die absturzursache noch nicht geklärt ist. |
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Kalle Demetz 


Beiträge: 3324
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Beitrag vom: 23.07.2014 - 09:28
Leider habe ich dazu auch keine Informationen erhalten. Ich kenne auch die Abseilstellen der Martinswand nicht.
Aus dem Zusammenhang denke ich, dass dort Sauschwänze zum Abseilen vorhanden sind und eben darüber Bohrhaken zur Selbstsicherung. Beim Aushängen der Selbstsicherung könnte sich dann auch das Seil aus dem Sauschwanz ausgehängt haben.
Einige von Euch kennen doch die Martinswand - wie sehen denn die Abseilpisten aus? |
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Alan Little 


Beiträge: 76
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Beitrag vom: 23.07.2014 - 10:05
Ist eine Weile her, aber in den MSL-Routen bzw. Abseilpisten habe ich keine Sauschwänze in Erinnerung. Eher die übliche 2 Haken mit Kette und Ring. |
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Andi Müller 

Beiträge: 25
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Beitrag vom: 23.07.2014 - 10:33
Es ist auch wirklich fahrlässig, einen Sauschwanz unterhalb des zweiten Hakens einzurichten und nicht umgekehrt. Da muss man auch mal die Erschließer mit ins Boot holen... Sollen das doch bitte vernünftig einrichten und nicht einfach irgendwie, wie man das halt viel zu oft irgendwo sieht! |
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Kalle Demetz 


Beiträge: 3324
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Beitrag vom: 23.07.2014 - 10:46
für mich wären sauschwänze an abseilpisten auch was neues und vor allem sinnlos, da man einfach fädeln kann. zwei haken mit kette
aber anscheinend scheint es an der martinswand entsprechende stellen zu geben. evtl. ist der unfall auch an einer sportkletterrote passiert. ich werd mal schauen, ob ich an nähere infos komme.
@katrin: da hast du natürlich recht. die erstbegeher haben natürlich eine hohe verantwortung, die sie beim bohren übernehmen. dass man über sauschwänze nicht darübersteigen soll, ist ja nichts neues. |
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Kalle Demetz 


Beiträge: 3324
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Beitrag vom: 23.07.2014 - 10:48
"Nachdem die jüngsten Ereignisse gezeigt haben, dass Sauschwänze nicht als Standplatzvariante geeignet sind, haben wir in der Route Flying Grass an der Martinswand alle Sauschwänze aus der Route entfernt und diese nicht durch Ringe ersetzt. Die Stände bestehen jetzt aus zwei Bohrhaken nur noch mit Laschen. Der Abstieg kann nun nicht mehr durch Abseilen über die Route erfolgen, sondern muss zu Fuß gemacht werden. Dabei quert man (zuerst dem grünen Pfeil, dann der roten Markierung folgend) rechts ansteigend zum Martinswand-Normalabstieg. Man gelangt über ihn direkt zum Einstieg zurück." (Markus Schwaiger, Sportkletterreferent im Alpenverein)
quelle:
http://www.alpenverein.at/portal/news/aktuelle_news/2014/2014_07_03_abseilen-am-sauschwanz.php
unfall:
http://tirol.orf.at/news/stories/2654949 |
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Andi Müller 

Beiträge: 25
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Beitrag vom: 23.07.2014 - 11:11
Mann, also das ist jetzt aber auch eine selten dämliche Lösung... So eine Kette kostet ja auch nicht die Welt! |
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Martin Grulich 


Beiträge: 1067
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Beitrag vom: 23.07.2014 - 11:26
Wir waren schon in den 70ern an der Martinswand unterwegs. Die Klettereien hier waren damals gefährliche Abenteuer und meines Erachtens noch anspruchsvoller, als zum Beispiel die Nordwandrouten an den Laliderern im Karwendel. Eigentlich hätten hier sehr oft schwere Unfälle passieren müssen, aber dem war nicht so. Wer hier zum Klettern ging, wusste, worauf er sich einließ. Entsprechend waren hier meistens nur sehr erfahrene Kletterer unterwegs und es passierte auch fast nichts...
Noch was aus den 70ern:
Unser Hochgebirgszug (ca. 30 Mann) hatte gerade die "Fahrradlkante" am Oberrheintalturm im Wetterstein hinter sich gebracht und machte sich an´s Abseilen. Die Abseilpiste hatte riesige zementierte Abseilhaken. Besser geht`s nicht. An der letzten Abseilstelle stürzte dann einer 20m ab. Zum Glück in das sehr steile Firnfeld und kam mit ein paar blauen Flecken und Schrammen davon.
Warum konnte das passieren:
- Ängstlicher, nervöser, unerfahrener und überforderter Kletterer
- unübersichtliche Situation an der Abseilstelle (ca. 4 Kletterer)
- Hektik, wie so oft beim Bund
- Steinschlag durch abseilende Kletterer oberhalb
- unaufmerksame Kollegen an der Abseilstelle
Vielleicht gab`s noch mehr Gründe...
Und da wäre dann noch Kurt Albert`s tragischer Unfall aus jüngerer Zeit...
Was ich damit sagen will:
Trotz unserer nahezu perfekten Kletterausrüstung* werden wohl immer wieder schwere Unfälle passieren, weil
- die Ausrüstung bei weitem nicht alles ist
- wir betriebsblind oder leichtsinnig werden
- wir unkonzentriert sind oder einen schlechten Tag haben
- wir zu wenig mitdenken (auch für den Partner)
- wir unerfahren oder schlecht ausgebildet sind
- weil Irren menschlich ist
- weil...
Nachdenkliche Grüße Martin |
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Chris Bauer 


Beiträge: 322
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Beitrag vom: 23.07.2014 - 11:38
Es gibt Stände die werden auch als Umlenkpunkt für Einseilängen genutzt. Leider gibt es genug Kletterer die dann dirkekt durch den Standhaken bzw. Zentralpunkt zum Ablassen oder Topropen fädeln. Der Standhaken/Zentralpunkt wird dadurch durchgeschliffen.
Man kann nun ein Opfer in einen oder beiden Haken hängen z.B. einen Sauschwanz an dem die Ablasser/Toproper ihr Schindluder treiben können.
@Katrin: Warum sollte dieser im oberen Haken sein? Ob ich jetzt mein Seil oben in den Sauschwanz und zusätzlich unten durch den Haken oder umgekehrt fädle ist doch wurscht.
Das Seilabziehen nach dem Abseilen schleift ja den Haken nicht durch. |
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