Olympia
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Plauderecke
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Martin Grulich 


Beiträge: 1067
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Beitrag vom: 06.02.2014 - 09:50
Auch bei uns ist leider nicht alles Gold , was glänzt, wie zum Beispiel Münchnens Fußballtempel Allianz Arena. Die wurde von Wanderarbeitern erbaut. Die Facharbeiter bekamen Stundenlöhne von 5 Euro und weniger. Diese Menschen hausen ihr Arbeitsleben lang in Baracken und ziehen von Baustelle zu Baustelle. Ein paar Tage im Jahr dürfen sie nach Hause. Da sie von der Baustelle nicht wegkönnen, müssen sie sich ihre Verpflegung am Kiosk/Verpflegungsstation vor Ort zu überteuerten Preisen kaufen usw., usw.!
Die Arbeiter tragen Helme in verschiedenen Farben, je nach Nationalität und die Bosse haben nochmal eine eigene Helmfarbe. An Hand dieser farbigen Helme konnte man optisch ganz einfach feststellen, das beim Bau der Allianz Arena so gut wie keine deutschen Arbeiter beteiligt waren.
Das alles wurde in einer mehrteiligen, vielstündigen Fernsehreportage festgehalten, die die kompletten Bauarbeiten begleitete.
Leider erregte diese Reportage nur mittelmäßiges Interesse in der Öffentlichkeit. Ich bezweifle, das sich hier mittlerweile etwas zum Positiven hin verändert hat. Denke sogar eher, das dieses System noch "optimiert" wurde
Trotzdem Dank an die Leute (glaube Bayrischer Rundfunk), die sich getraut haben, diese Zustände an die Öffentlichkeit zu tragen.
Traurige Grüße Martin |
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Kalle Demetz 


Beiträge: 3324
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Beitrag vom: 06.02.2014 - 10:04
Von der Allianz Arena wusste ich noch nichts, wobei es mich nicht wundert. Noch weniger wundert mich jetzt, dass Franz Beckenbauer bei seiner Besichtigung in Katar keine Menschenrechtsverletzungen gesehen hat.....
Gastarbeiter mit Minilöhnen am Bau sind ja nichts Neues.
Das Deprimierende ist, dass sowas nur der Gewinnmaximierung, sprich der Gier der Superreichen dient. Oder meint jemand, die Scheichs in Katar würden am Hungertuch nagen, wenn sie für die Arbeiter ein paar Millionen mehr ausgeben würden. Oder in Russland oder ...
Den Sport selber als Schuldigen hinzustellen und ihn zu boykottieren empfinde ich als die falsche Reaktion. Der Sport kann nichts dafür, dass Funktionäre korrupt und Ausrichter zu gierig sind.
Anders sehe ich das übrigens bei der Tour de France, bei der die Sportler selbst betrügen. Aber das ist ein anderes Thema. |
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Michael Müller 


Beiträge: 11
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Beitrag vom: 06.02.2014 - 12:05
Natürlich kann man durch beukott etwas ändern!
Wenn sich niemand die Spiele anschaut, werden die sich fragen, was sie wohl falsch gemacht haben... und kommen dann schon auf den grünen Zweig. Genauso ist das doch mit anderen Sachen wie fair Trade oder Bio Lebensmitteln.
Ich beukotiere die Spiele (muss allerdings zugeben dass mir dass nicht sonderlich schwer fällt).
"Idealismus ist gut, wird aber nichts ändern." (Kalle)
Stimmt teilweise! Die aus Idealismus abgeleiteten Handlungen und Lebensweisen können doch einiges ändern!! Ausserdem ist Idealismus doch immer noch besser als kein Idealismus, oder?
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Michael Maué 


Beiträge: 53
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Beitrag vom: 06.02.2014 - 23:45
Auch ich werde diese Spiele wieder komplett boykottieren (wie viele andere Olympiaden, EMs und WMs vorher). Ist zwar schade für die teilnehmenden Sportler, wenn das noch viel mehr Leute tun, aber bei diesen Großveranstaltungen läuft mittlerweile wesentlich mehr falsch als richtig, es geht vollkommen rücksichtslos nur noch um Geld und Macht der Funktionäre. Der einzelne Sportler und oft genug auch der Sport selbst ist doch längst zur Nebensache verkommen. Lebensgefährliche Baustellen in Katar mit Bauarbeitern in sklavenähnlichen Verhältnissen, Menschenrechtsverletzungen in Russland, Geldverschwendung in Ländern, die sich eine solche Veranstaltung finanziell eigentlich gar nicht erlauben könnten... alles Argumente, solche Veranstaltungen zu ignorieren.
Meines ist ein vielleicht weniger populäres, für die betroffenen Mitgeschöpfe allerdings nicht weniger grausames:
Als engagierter Hundehalter bin ich in einigen Hundeforen sehr aktiv, und überall wird über die millionenfachen Morde an Straßenhunden in der Ukraine berichtet. Natürlich ist das ein Thema, was vielen, die mit Hunden nichts zu tun haben, relativ egal sein wird und das in den Medien jetzt totgeschwiegen wird, aber es zeigt deutlich, mit welcher "Zivilisation" man es dort zu tun hat. Ein Land, in dem solche Grausamkeit gegenüber Tieren Methode hat und zudem den Großteil der Bevölkerung kalt lässt, hat diese Aufmerksamkeit m.E. nicht verdient. Leider lässt sich das nur auf Kosten der Sportler verhindern, aber die Opfer solcher Machenschaften liegen mir nunmal näher... |
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Anna Witt 


Beiträge: 985
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Beitrag vom: 07.02.2014 - 09:18
Mit einem Boykott schadet man den Sportlern ja auch in keinster Weise. Die betreiben ihren Sport ja hoffentlich auch, weil er ihnen Spass macht und nicht, weil ihnen jemand zu schaut.
Es soll ja auch schon Sportler gegeben haben, die ihrerseits auf solche Ereignisse verzichtet haben, um ein Zeichen zu setzen. Davor habe ich alle Achtung! |
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