wie soll man da reagieren?
Kletterforum ->
Sicherungstechnik
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Peter Schnaller 
Beiträge: 3
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Beitrag vom: 12.09.2013 - 23:37
hey,
interessante frage und einen richtige horrorgeschichte!
also ich hätte auch so gehandelt wie du, finde es aber schade dass es dann immer leute gibt die eben nicht so vernünftig reagieren.
ich wäre vielleicht sogar noch einen schritt weiter gegangen und wäre zur kassa gelatscht und hätte das gemeldet. was natürlich eine etwas blöde situation ergäben hätte.
aber trotz allem darf man halt einfach nicht vergessen, dass es hier um erhebliche verletzungsrisiken gehen kann, und man sich da ruhig unbeliebt machen darf.
im endeffekt ist es eine gewissensfrage die jeder für sich selbst in der situation entscheiden muss. denn was geht dir durch den kopf, wenn du siehst dass das hinten und vorne nicht passt, du nichts unternimmst und dann klatscht die tochter neben dir auf den boden...
also gut reagiert |
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Anna Witt 


Beiträge: 985
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Beitrag vom: 20.09.2013 - 17:16
Hey Peter
ich mische mich allerdings meist nur bei kindern ein.
erwachsene sind für die auswahl ihrer kletterpartner selbst verantwortlich. |
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Martin Grulich 


Beiträge: 1067
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Beitrag vom: 27.11.2013 - 23:15
Hallo Anna,
schön (für mich), dass Du diesen Thread eröffnet hast
Ich bin bei sowas eigentlich auch eher der lockere und hilfsbereite Typ, obwohl ich es eigentlich besser wissen müsste: Schon in den Achtzigern gab es Gerichtsurteile, die den erfahrensten Bergsteiger einer Seilschaft/Gruppe bei einem Bergunfall zur Verantwortung gezogen haben. Das war für uns Bergsteiger neu und man nannte das dann "Kriminalisierung im Gebirge".
Am Anfang meiner Kletterlaufbahn bin ich mal mit meiner neuen kletterinteressierten Flamme an den Hohenstein im Odenwald gefahren. Habe ihr alles schön erklärt und dann ging´s los. Zur Krönung des Tages wollte ich zum Schluss noch ne fette 5+ klettern. Bin dann am 2. Haken abgekachelt und ungebremst auf den Odenwälder Waldboden gesaust Habe sie dann richtig zusammengestaucht Die hatte dann von mir und vom Klettern (zu Recht) erst mal die Nase voll
Heuer am Kühloch:
Wollte mit meiner Klemme ein bissl klettern, als dann ein junges Pärchen mit Seil und Gurt und noch einem Freund auftauchten. Er hatte vor längerer Zeit mal geklettert und sie und der andere noch nie. Ich merkte gleich, dass er sich nur schlecht auskannte und habe ihnen dann das Sichern noch mal erklärt und ein Toprope eingerichtet. Einer musste hintersichern. Ich habe mir das dann eine Zeit lang angeschaut und habe sie dann ihrem Schicksal überlassen.
Zum Glück sind die alle nur so 5m hochgekommen
In Zukunft werde ich so was allerding auch bleiben lassen, denn im Falle eines Falles steht man im Regen
Gruß Martin |
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Anna Witt 


Beiträge: 985
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Beitrag vom: 28.11.2013 - 13:59
Heute wohl eher im ! |
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Christian Müller 
Beiträge: 3
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Beitrag vom: 03.01.2014 - 09:37
Hallo zusammen.
Hab hier grad ein Wenig gelesen und mich aufgrund dieses Themas hier angemeldet, weil ich da noch ein paar Fragen hätte.
Als Erstes, wer sagt genau, daß ich hafte, wenn ich (als vermutlich erfahrener Kletterer) jemandem etwas erkläre und er dann einen Unfall hat? Jeder ist grundsätzlich immer für sich selbst verantwortlich und nur ,weil ich mit jemandem kurz über Sicherungsmöglichkeiten geplaudert hab, bin ich nicht für seine Handlungen zur Rechenschaft zu ziehen.
Anders verhält es sich meiner Meinung nach in einer Seilschaft, wenn mehrere Leute eingebunden Sind und der Erfahrenste Kletterer eine Fahrlässigkeit bei seinen Kameraden toleriert und dadurch jemand zu Schaden kommt.
Nichtsdestotrotz, finde ich auch, daß man seine Kletterzeit nicht damit vertun muss, allen möglichen Leuten Kurse zu geben, weil die die Gefahr überhaupt nicht überschauen können. Aber ich selbst lebe auch zum Teil davon, was mir erfahrenene Kameraden an der Wand gezeigt haben und bin auch nicht scheu, mich darüber mit anderen auszutauschen, die das vieleicht noch nicht wissen.
Oft wird es als Wichtigtuerei abgetan, wenn man den Leuten sagt, daß das gefährlich ist und ich habe auch keine Lust,
daneben zu stehen, wenn einer runter kommt.
Das eben gesagte entbehrt jeglicher rechtlicher Gewähr und ist nur Menschenverstand. Korrigiert mich bitte, wenn es dafür eine nachweisbare rechtliche Grundlage gibt.
Schönen Gruß. |
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Anna Witt 


Beiträge: 985
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Beitrag vom: 03.01.2014 - 10:40
Hallo Christian
Du scheinst da von ganz anderen Urteilen gelesen zu haben als ich. Das ist erstaunlich. Ich kenne von kletternden Juristen, die sich mit dem Thema beschäftigt haben, nur die von mir beschriebene Rechtslage. Darum werde ich auch entsprechend vorsichtig sein. Aber du kannst dich natürlich gerne so verhalten, wie du es für richtig hälst. Ich will da niemandem etwas vorschreiben.
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Anna Witt 


Beiträge: 985
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Beitrag vom: 03.01.2014 - 10:52
Freunden erkläre ich natürlich auch etwas beim Klettern, ich habe auch schon vielen das Klettern und Sichern beigebracht. Dann bin ich aber an dem Tag auch dabei und kontrolliere , was derjenige tut. Und natürlich weise ich jemand auf Flüchtigkeitsfehler wie einen unvollständigen Knoten hin.
Aber ich mische mich nicht ein bei Schlappseil mit Groundergefahr, falscher Bedienung des Sicherungsgerätes, falschem Clippen und anderen Freesolobegehungen. Genauso wenig stelle ich mich auf die Strasse und halte zu schnelle Motoradfahrer auf. Die Kunst ist, diese Dinge gar nicht gesehen zu haben. Sobald du es offiziel gesehen hast (z.B. weil du etwas gesagt hast) trägst du, wenn du der Erfahrenere bist, eine Mitverantwortung. |
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Martin Hagn 


Beiträge: 809
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Beitrag vom: 03.01.2014 - 11:45
ist ein unvollständiger knoten ein flüchtigkeitsfehler?
Also manche sachen schaue ich lieber dreimal an.
Ich hab oft den eindruck die Leute gehen oft sehr leichtfertig mit ihrer Gesundheit um.
Oder ich sehe das falsch und bin nur ein riesen Angsthase.
Gruß MArtin |
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Kalle Demetz 


Beiträge: 3324
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Beitrag vom: 03.01.2014 - 12:02
der gesunde menschenverstand und auch meine art sagt mir, leute auf fehler aufmerksam zu machen. leider stimmt der gesunde menschenverstand nicht mit der rechtslage überein, weshalb ich genau abwäge, wem ich einen tipp geben.
wenn du jemandem einen tipp gibst und was passiert, wirst du nicht sofort verurteilt. aber wie anna schon geschrieben hast, hast du erst mal eine mitverantwortung und wirst dich ggf. vor gericht verteidigen müssen. je nach richter wirst du verurteilt oder nicht. da kommts halt auf die argumentation und dem know how des richters (das voraussichtlich nicht zu hoch einzuschätzen sein wird) an.
letztendlich gibt es zig urteile, bei denen kletterer verurteilt wurden. du musst halt für dich selbst entscheiden, ob du dieses risiko eingehen möchtest.
bekannte ins klettern einzuführen UND DANN WEITER BETREUEN wie anna es beschrieben hat, ist ok. dann musst du aber auch dafür sorgen, dass sie es nach deiner betreuung können und dass sie es nach der aktuellen lehrmeinung zeigst. sollte deine einführung von der lehrmeinung abweichen und es passiert was.... 
p.s.: warum gibt es in kaum einer kletterhalle so was wie eine hallenaufsicht? genau, weil dann die hallen mithaften würden und so lassen sie sich einen zettel unterschreiben bzw. haben eine hallenordnung, bei der sie sämtliche haftung ausschließen.
noch was: der erfahrenere haftet in einer seilschaft auch immer für seine mitkletterer |
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Christian Müller 
Beiträge: 3
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Beitrag vom: 03.01.2014 - 13:19
Ich kenne keine entsprechenden Urteile dazu. Deswegen frage ich nach der Verifizierung. Ich kann mir das einach nicht vorstellen. Dann müsste ja der arme Mann, der mir seinerzeit den Vorstieg erklärt hat, herbei zitert werden und sich dafür verantworten, daß ich zu blöd bin mich an einen einzelnen Knoten zu erinnern und aus der Wand geplumst bin.
Und ein freundlicher Hinweis in der Halle, kann mich doch nicht in die Aufsichtspflicht zwingen. Daher frage ich, ob nicht bei diesen Urteilen vielleicht Leute verurteilt wurden, die nicht eingewiesene Personen bei sich haben klettern lassen, oder in einer Seilschaft Mist gemacht haben, oder jemanden sichern sollten und erstmal eine rauchen gegangen sind. In der Halle passiert es manchmal, daß sich einer einbindet und der Sicherer mit dem Seil der Nachbarroute sichert
Solche Sachen gehören vor Gericht, aber doch nicht der Kletternachbar der einfach aus Versehen mehr weiss, als der Trottel, der sich grad umbringt.
Gibt es explizite Urteile, wo ein Hinweis, oder Ähnliches tatsächlich in Schwierigkeiten gebracht hat? |
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