Was macht in der Boulder-/kletterhalle wirklich krank?
Kletterforum ->
Plauderecke
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Martin Grulich 


Beiträge: 1067
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Beitrag vom: 09.09.2016 - 20:28
Ich sehe das generell so, wie der Michi Müller. Regelmäßig stoßlüften. Meine Idealtemperatur für´s Klettern ist zum Beispiel 16-18 Grad. Ich weiß aber, dass da andere Kletterer höhere bzw. niedrigere Temperaturen als ideal empfinden. Wenn sich die Mehrheit der Kletterer darüber aufregt, wenn ich oft lüfte, dann muss ich in die Halle gehen, wenn voraussichtlich keiner da ist. Wenn doch jemand da ist, muss man wie immer einen Kompromiss machen. Den einen ist es dann bissl zu warm und den anderen zu kalt. Wenn mir die Halle generell zu staubig oder zu warm wäre, würde ich sie meiden. Ich persönlich könnte wahrscheinlich überhaupt nicht regelmäßig in die Kletterhalle gehen, da ich Asthma/Bronchienprobleme habe.
Gruß Martin |
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Kalle Demetz 


Beiträge: 3324
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Beitrag vom: 09.09.2016 - 20:41
Sehe ich genauso. Ich steh jetzt micht mit einem Thermometer in der Halle, aber 20 Grad ist für mich normale Zimmertemperatur und beim Sport kanns gern ein paar Grad kühler sein.
Knappe 20 Grad ist warm genaug, um keine Jacke zu brauchen und kühl genug um Sport zu treiben  |
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Anna Witt 


Beiträge: 985
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Beitrag vom: 10.09.2016 - 09:51
@ Kalle: Das hast du missverstanden. Ich habe nicht dich gemeint, bist ja auch keine "Eltern" , oder? Ich griff nur die von dir beschriebene Gruppe auf, die ich äusserst amüsant finde. |
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Kalle Demetz 


Beiträge: 3324
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Beitrag vom: 10.09.2016 - 11:20
Dann bezieh Dich nicht auf mich, um Deinen Ärger über die Eltern loszuwerden, vor Allem in einem ganz anderen Kontext.
Ja, die Gruppe Familien, wie auch die Gruppe Spaßkletterer (wie ich einer bin) haben nur in den seltensten Fällen Lust darauf, in der Kletterhalle zu frieren. Und da muss man sich halt der zahlenmäßig größeren Gruppe, sowie der Philosophie der Hallenbetreiber unterordnen oder sich ne andere Halle suchen.
Ich habe das auch schon in anderer Richtung getan und Hallen nicht mehr besucht, weil es mir dort zu kalt war |
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Richie Bauer 


Beiträge: 187
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Beitrag vom: 10.09.2016 - 13:47
Letztendlich entscheidet sowas die Hallenleitung und die wird sich nach der Mehrzahl der Kletterer richten. Da jetzt über Andersdenkende zu schimpfen, finde ich unpassend... |
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Anna Witt 


Beiträge: 985
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Beitrag vom: 11.09.2016 - 20:01
@Kalle: @ heisst für mich, dass ich dir antworte, nicht, dass ich dich zitiere!Und bezogen habe ich mich auf eine von dir genannte Gruppe. Das wird ja wohl noch erlaubt sein, auch , wenn ich eine andere Meinung zu dem Thema habe als du.
Spass haben hat im Übrigen nichts mit dem Schwierigkeitsgrad zu tun. Bei manchen aber damit, dass die Staubbelastung sie wirklich krank macht- im Gegensatz zu der lächerlichen Behauptung, frische Luft würde krank machen.
@ allgemein: Leider ist es in fast allen Hallen so, dass die, die kaum klettern, mit ihrem Wunsch nach unsportlicher Wärme die terrorisieren, die trainieren, klettern und dabei Spass haben wollen.
Aber viel schlimmer finde ich, dass die Gefahr der Staubelastung fast nie thematisiert wird. Für mich war der Artikel echt interessant. Wem es egal ist, was er sich und seinen Kindern da teilweise antut, der soll ruhig weiter so machen. Man wird sehen, wohin das führt. Ich würde eine Studie zu dem Thema: Gibt es vermehrt Atemwegskomplikationen bei Kindern, die sich regelmässig in Kletterhallen aufhalten?
(So ähnlich wie bei passiv rauchenden Kindern...)
Auch interessant wäre der Einfluss von regelmässigem Kletterhallenbesuch auf Asthmapatienten. |
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Ingrid Kraus 


Beiträge: 51
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Beitrag vom: 11.09.2016 - 21:29
Du wirst kaum einen Kletterhallenbetreiber finden, der die Temperatur bei 10 Grad oder darunter hält. Die würden alle pleite gehen, weil nur noch einige wenige zum Klettern kommen würden. |
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Florian Nixmann 

Beiträge: 63
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Beitrag vom: 11.09.2016 - 21:34
Hallo, Leute!
Ich muß mich jetzt mal zu diesem Thema melden.
Voranstellen möchte folgende persönliche Erfahrungen: Immer wenn ich in privaten Boulderdachböden trainiert habe, hatte ich hinterher massive Asthmaprobleme- - bis zu 3 Nächte danach noch!!! Das lag ohne Zweifel an der hohen Chalkkonzentration.
Frage an Kalle: Aus welchen Hallen bist du gegangen, weil es dir zu kalt war? Die hätte ich gerne in meiner Nähe !
So! Jetzt gehe ich das Problem mal unemotional und logisch an (ich versuchs zumindest):
Nehmen wir erstmal eine moderne Halle mit flächenhomogener Fußbodenheizung und danach eine alte Fabrikhalle oder ähnliches an:
1. Grundsätzlich gilt: je wärmer es ist, desto mehr wird gechalkt. Ich bin mir ziemlich sicher, daß der Zusammenhang zwischen steigender Temperatur und Gechalke nicht linear, sondern eher exponentiell verläuft.
2. Je wärmer es ist – also je mehr warme Luft vom Boden aufsteigt- desto langsamer sedimentieren die Chalkpartikel zu Boden und bleiben selbst in höheren Hallenbereichen in hoher Konzentration vorhanden. Dort, wo man meist besonders hechelt, weil man schon an seine Ausdauergrenze kommt.
3. Ist die Flächenhomogenität einer guten Fußbodenheizung nicht gegeben und wird gar mit Heizkörpern an der Wand geheizt, so entstehen eindeutige Wärmequellen, die punktuelles Aufsteigen der warmen Luft verursachen. Hierdurch werden steil aufsteigende Strömungen und Wirbel erzeugt, die die Partikel immer wieder aufwirbeln und fast raketenartig in die Höhe katapultieren.
4. Und noch ein Punkt ist ganz und gar nicht zu vernachlässigen: Die erstens immer irgendwo vorhandenen Bakterien, aber auch die von den Besuchern hineingehusteteten Bakterien und Viren finden an grob strukturierten Staub- und Chalkpartikeln beste Andockstellen, um sich immer wieder in den ganzen Raum tragen zu lassen. Das heißt, die Mistdinger lassen sich so lange im Kreis wirbeln, bis sie endlich ein am letzten Hemd hechelder Kletterer voll inhaliert. Und je mehr man sich beim Training „abschießt“, desto machtloser ist auch das Immunsystem in dieser Zeit und auch noch Stunden danach.
5. Daraus folgt, daß nicht nur Asthmapatienten in stark beheizten, gut besuchten und engen Kletterhallen fehl am Platze sind, sondern jeder, der die in der Hallensaison in monströsem Ausmaße ausgespieenen Bakterien und Schnupfen- und Grippeviren nicht haben möchte. Mal abgesehen davon steht ohne Zweifel fest, daß sich (außer kryophilen Bakterien) bei höheren Temperaturen Bakterien und Viren bestens vermehren und die Infektionsgefahr immer höher wird. Bei 20 Grad aufwärts wird’s für die erst richtig gemütlich. Die gut beheizte Kletter-/Boulderhalle kann zur gleichen Grippepedemieverteilungsstation werden wie eine Disco!
Mögliche Abhilfen:
1. Stoßlüften, am Besten mit Durchzug: +Staubkonzentration wird kurzzeitig gesenkt, - Hallenbetreiber wird sich über die Energiekosten nicht freuen, - weitere Schließungen von Atomkraftwerken müssen noch warten.
2. Niedrige Temperaturen in der Halle: + Betreiber grinst bei der Stromrechnung und erhöht den Eintritt nicht, + es wird deutlich weniger gechalkt, die Partikel sedimentieren schneller und werden nicht in die Höhe katapultiert, + man kann schwerer klettern, da man selber nicht so schwitzt und kältere Luft weniger Wasser aufnehmen kann, - Herumsitzer frieren, wenn sie auch beim Herumsitzen ihren Astralkörper präsentieren wollen, -/+ Kleinstkinder, die im Kletterbereich herumkrabbeln, haben eine größere Partikeldichte zu ertragen, da diese ja nicht mehr ständig nach oben geschossen werden; dafür aber auch wieder nicht, da ja weniger gechalkt wird.
3. Verwendung von Chalkbällen und Füssigchalk: + selbst bei hohen Temperaturen aus Staubsicht nur Vorteile! - Infektiongefahr mit Viren und Bakterien ist bei hohen Temperaturen immer noch sehr hoch.
Menschen, die in ihren Wohnungen bei Temperaturen unter 20 Grad wohnen, haben deutlich weniger Probleme der Ausbreitung von Virusinfektionen innerhalb der Familie.
Als Asthmapatient würde ich also immer Hallen mit Temperaturen von 10 Grad solchen mit 20 Grad oder mehr vorziehen...auch deswegen, weil für mich Spaßklettern ist, wenn ich ordentlich ans Limit gehen kann, ohne daß mir die Suppe aus den Fingern und dem Schädel quillt...
lg Flori |
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Kalle Demetz 


Beiträge: 3324
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Beitrag vom: 11.09.2016 - 21:46
@Anna: Das hat mit meiner Meinung gar nichts zu tun. Du interpretierst schon wieder was in meine Aussage rein, was nicht stimmt. Ich akzeptiere es, dass Du es gerne kalt beim Klettern hast. Ich habs halt nicht gern kalt bzw. keine Lust mit einer Jacke in der Kletterhalle zu stehen.
Auch habe ich noch niemand gehört, der sich beschwert hat, dass frische Luft krank macht. Das ist meiner Meinung ebenso eine Verdrehung der Tatsachen. Wenn sich jemand beschwert, dann weil es zu kalt ist bzw. weil diese Person der Meinung ist, dass es nicht gesundheitsfördernd ist, wenn man beim Sport verschwitzt in kalter Zugluft steht.
Die Feinstaubbelastung ist da meiner Meinung nach nur ein Scheinargument, da man diese mit regelmäßigem Stoßlüften gering halten kann. Und viele Hallen haben inzwischen Lüftungsanlagen. |
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Kalle Demetz 


Beiträge: 3324
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Beitrag vom: 11.09.2016 - 21:58
@Flori:
Bad Tölz war ich einmal und nie wieder, da war damals gar nicht geheizt (weiß nicht, ob das dort normal ist oder ein Ausnahmefall war).
Scheidegg, wenns draußen eisig ist. Das hat dann aber nichts mit der Philosophie zu tun, sondern einfach mit dem schlechten Heizkonzept. Da sind Heizstrahler an der Decke montiert, die Wärme nervt also beim Klettern und kommt unten nie an.
Dafür werden keine Chalkpartikel nach oben transportiert, weil die warme Luft ja oben bleibt  |
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