Was lange zuvor kommen sollte, bevor man überhaupt ans Trainieren denkt...
(Bericht von Extremklettern.de)


Wenn man eine Sportart wie Klettern betreibt, dann ist es ganz normal, dass man seine Leistungsgrenze möglichst schnell nach oben schrauben möchte. Um dieses Ziel zu erreichen, beginnen viele Kletterer recht schnell mit dem Krafttraining.

Nach einigen Wochen Klimmzugtraining freuen sich diese Kletterer, wenn sie den 7. Schwierigkeitsgrad erreicht haben und die Motivation steigt weiter. Hängeübungen an schmalen Leisten und Campustraining helfen dabei, den Schwierigkeitsgrad nochmal um einen Grad zu steigern. Aber dann passierts, eine Verletzung an den Sehnen oder Kapseln.

Warum ist das jetzt passiert, es ist doch bis eben alles so gut gegangen? Die Lösung der Frage liegt am menschlichen Körper. Man unterscheidet zwischen dem aktiven und dem passiven Bewegungsapparat. Der aktive Bewegungsapparat, die Muskulatur, ist gut durchblutet und passt sich durch Training schnell an neue Anforderungen an. Das Problen liegt aber im passiven Bewegungsapparat (Sehnen, Kapseln, Gelenke), der schlecht durchblutet ist und etwa sechsmal so lange braucht, um sich an höhere Anforderungen anzupassen. Sozusagen halten die Sehnen, Kapseln und Gelenke der Kraftübertragung durch die stärkere Muskulatur nicht stand und die Verletzung ist nur eine Frage der Zeit.

Hat man sich nun eine Verletzung eingehandelt kommt ein zweiter negativer Faktor des passiven Bewegungsapparat zu Tage. Da dieser wie oben schon beschrieben, schlechter durchblutet ist, dauert es wesentlich länger, bis die Verletzung ausgeheilt ist. Da die Schmerzen nach einigen Wochen aufhören, ist die Verlockung bei vielen Kletterern sehr hoch, wieder mit dem Lieblingssport zu beginnen. Doch die Schädigung ist häufig noch nicht richtig auskuriert und somit stehen weitere Verletzungen bereits in den Startlöchern. Bei vielen Kletterern ziehen sich diese Verletzungsphasen über Jahre hin.

Wie sollte man dann richtig trainieren? Man sollte dem passiven Bewegungsapparat die notwendige Zeit geben, sich an die neuen Belastungen anzupassen. Weiter sollte man Züge, die verletzngsgefährdend sind, lieber nicht klettern. Und sollte es einen doch einmal mit einer Verletzung erwischen, dann sollte man dem Körper die Möglichkeit geben, sich vollständig auszukurieren.

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