Die Angst vor einem Sturz ist ein limitierender Faktor beim Klettern, denn mit Sturzangst konzentriert man sich mehr auf die nächsten Haken, als darum, wie man am Besten die nächste Kletterstelle bezwingen kann. Somit greift man nicht auf sein komplettes Kletterkönnen zurück. Weiter neigt man mit Sturzangst dazu, Fehler in der Sicherungstechnik zu begehen, indem man das Seil zu früh einhängt oder bei einem drohenden Sturz versucht, sich an der Expresse festzuhalten. Diese Fehler sind dann meist der Anfang einer Verkettung von Fehlern, die häufig in Unfällen enden.
Aber was kann man gegen seine Sturzangst unternehmen? Die Antwort ist ganz einfach - regelmäßiges Sturztraining.
Beim Sturztraining ist es wichtig, dass man ausschließlich positive Erfahrungen mit dem Stürzen macht und so der Körper mit der Zeit lernt, dass das Fallen ins Seil nichts negatives ist und zum Klettern dazugehört.
Wichtig beim Sturztraining ist es, vom einfachen zum schweren zu üben. Das heißt, die ersten Stürze sollten möglichst kurz, evtl. sogar nur mit Schlappseil beim Top Rope Klettern. Als Übung ganz am Anfang bietet es sich auch an, wenn der Kletternde im straffen Top Rope Seil selber aktiv nach oben springt. Nach 2-3 Stürzen kann man dann das Seil etwas lockern bis hin zum Schlappseil. Nach weiteren Sprüngen kann man sich dann der Vorstiegssituation nähern, indem der Kletterer mit der Hüfte knapp über den Haken steigt.
Ein weiteres Hilfsmittel zur Reduzierung der Sturzangst, ist mentales Training.
Mit einem so aufgebauten Sturztraining kann jeder Kletterer bei regelmäßigem Üben seine Sturzangst abbauen. Wichtig hierbei ist auch immer, dass der Sichernde zuverlässig seiner Aufgabe nachgeht und bei der Sache ist. Denn nichts kann dem Kletternden mehr Angst bereiten, als ein schlechter Sicherungspartner.
| Kommentar von Axel
Westermeier. Erstellt am 02.09.2011 - 18:45 Ich hatte früher sehr große Sturzangst, aber konnte die inzwischen mit regelmäßigem stürzen abbauen. Das schönste, jetzt kann ich auch über dem Haken noch sauber klettern. So konnte ich viele Touren klettern und bin noch nie unkontrolliert gestürzt :-) |
| Kommentar von Michi
Müller. Erstellt am 03.12.2011 - 13:43 Sturztraining finde ich auch sehr wichtig. Vor allem deshalb, weil man durch richtiges Stürzen (und natürlich auch richtiges Sichern, das man auch dabei trainiert) schwere Unfälle unter Umständen vermeiden kann. |
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