Osp und Misja Pec
(Bericht von Rainer Quast)


Das Dörfchen Osp liegt in Slowenien, nur wenige Kilometer vom italienischen Triest entfernt. Das Klima ist
also maritim von der Adria bestimmt! Die Gegend dort heißt Istrien, weshalb der italienische Name der Stadt Koper auch Capodistria (Hauptstadt von Istrien) ist!

Um Osp herum gibt es zwei große Klettergebiete. Das Gebiet Osp liegt genau oberhalb des Ortes und besteht aus
mehreren Sektoren. Im linken Bereich staffeln sich die Sektoren seitlich übereinander. Die Routen, übrigens perfekter bräunlicher und grauer Kalk, sind hier leicht überhängend bis leicht geneigt. Hier sind die Softmover unter euch am besten aufgehoben. Es gibt einige schöne Plattenrouten im leicht geneigten, grauen Tropflochfels. Besonders empfehlen möchte ich die leicht überhängenden Routen "Fragile 7b+" und "Rainy Days 7a+". Letztere zeichnet sich durch sehr interessanten Fels aus.

In der rechten Hälfte des Osp-Gebietes findet ihr einige Mehrseillängenrouten bis zu 140m. Die Schwierigkeiten dieser Routen bewegen sich von 5b bis 7c. Sehr sehenswert ist auch die Riesengrotte im mittleren Teil des Gebietes. Die Vegetation davor erinnert irgendwie an alte Enterprise-Folgen oder ähnliche Science-Fiction-Filme. Viel Spß beim Suchen, ihr werdet sie schon finden!

Jetzt kommen wir aber zum Vorzeigefelsen Sloweniens: Misja Pec! Von Osp fünf Minuten auf der Straße Richtung Gabrovica gehen und bei einzeln stehendem Haus schräg links der Forststraße folgen. Vom verdrahteten Dixi-Klo durch die niederen Bäume irgendwelchen Pfaden folgend in weiteren fünf Minuten zum Fels.

Am besten haltet ihr euch erstmal nach links und folgt von hier aus immer dem Fels, der sich hufeisenförmig in den Berg schmiegt! Ihr habt sozusagen einen Rundgang vor euch! Die erste empfehlenswerte Route ist "Kindergarten 7a+", eine auffällige Sinterfahne. Rechts davon befindet sich ein weiteres Sinter-Highlight, "Durango 7b+"! Etwas weiter rechts gibt es dann "Corto 8a", die erstaunlich leicht anfängt, eigentlich keinen wirklich schweren Zug hat, aber doch heftig pumpt! Rechts davon seht ihr dann schon die Höhle, in der die Post richtig abgeht. Für die von euch, die besonders viel Müsli gefrühstückt haben, warten dort "Talk is cheap 8c" und "Staro kolo... 8c+" und eine weitere 8c+/9a auf euch! Das ist wirlich fränkisch steil, allerdings ohne Löcher. Danach kommen einige leichtere Routen. Weiter geht es dann besonders schön mit der "fett überhängenden" "Rock enroll 7c+", die im oberen Teil mit einer ziemlich pumpigen Aneinandereihung von Untergriffen auf euch wartet! "Minulet 7b+" war wohl mal recht schön, ist für meine Begriffe aber doch schon ziemlich schmierig! Gleiches gilt für "Urbanova 8a", die ziemlich genau in der Mitte der Wand bis zum Wandausstieg führt. Weiter rechts findet ihr "Albanski koniak 6c+" und "Rodeo 7a+/7b", die sehr nette Henkelzieherei bieten. Die vielgerühmte "Figa 7b" kam mir allerdings eher wie eine vollpolierte Boulderstelle vor. "Samsara 8a" soll sehr gut sein. "Mosaik 7c+" soll früher mal einen Stalaktiten zum Knieklemmrasten gehabt haben. Da dieser nicht mehr da ist, geht die Route eher Richtung 8a. "Hugo 7c+" zeigt euch am ersten Überhang, ob ihr Leistenstrom habt. Weiter oben gilt es noch eine hinterhältige Sintersäule zu überlisten!

Weiter rechts unten ist die "Sonce 8a+" ziemlich beliebt, was allerdings nicht zu übersehen ist. Diese ausgeprägte Leistenreißerei ist nämlich äußerst poliert! Rechts von Sonce startet "Strelovod 8c", die sich nach links durch den ganzen überhängenden Bereich zieht und somit eine Art Kombination darstellt.

Fels: Kalk, teilweise ganz schön poliert
Jahreszeit: November bis März bei Sonne perfekt, manchmal sagar zu heiß
Unterkunft: Zeltplatz in Osp (gut, aber etwas teuer) und verschiedene Zimmer und Appartments in Osp und Gabrovica
Anreise: Von Triest Richtung Koper und auf die N10 in Richtung Ljubiljana. Bei Crni Kal vor der Rechtskehre links nach Osp abbiegen.
Oder über Villach, Karawankentunnel, Ljubiljana, Kozina und Crni Kal rechts nach der Linkskehre nach offensichtlichem
Schild rechts nach Osp abbiegen.
Einkaufen: In Koper (Preise wie in D und A) oder Triest
Kneipen: Sieht eher schlecht aus. An der N10 nach Kozina findet ihr den "Ficky Burger"!

Und was macht man hier an Rasttagen???
Südlich oberhalb von Osp steht ein Sendemast. Dort hinaufjoggen oder auch spazieren ist nicht schlecht, vor allem, weil man von dort aus einen tollen Blick auf Triest und aufs Meer hat. Nicht weit nach Osten fahrend findet ihr den berühmten Ort Skopjan an der Reka, Weltkulturerbe-Region! Die Gegend ist geprägt von Schluchten, Wasserfällen, Tropfsteinhöhlen und in den Fels gemauerten Burgen.

Und für die, die meinen, Slowenien sei Ostblock: Die teuersten Autos im Klettergebiet sind bestimmt slowenische.
Die Supermärkte in Koper ähneln französischen Hypermarches und alles ist mindestens so sauber wie in
Deutschland oder Österreich, nicht zu vergleichen mit dem in Italien üblichen Dreck!

Viel Spaß in Slowenien wünscht euch
Rainer

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Osp, Misja Pec, Klettern, Slowenien, Klettergebiete Osp und Misja Pec sind traumhafte Klettergebiete in Slowenien.

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