Schlingen (Bänder und Seile)
(Bericht von Extremklettern.de)


Kletterseile müssen hohen Ansprüchen gerecht werden. Primär müssen sie die Stabilität aufweisen um einen Sturz sicher abzufangen. Grob kann man sagen, dass Kletterseile mindestens 20KN (Kraft, die bei 2000 KG Masse auf einen Körper einwirkt) halten.

Damit sind die Anforderungen an ein Seil aber noch längst nicht erfüllt. Würde ein Kletterer beispielsweise fünf Meter in ein Stahlseil stürzen, hätte er kaum eine Überlebenchance. Und das liegt am Fangstoß, welcher besagt, wie hoch die maximale Kraft ist, die beim Sturz auf den Körper des Kletterers wirkt.

Ein Kletterseil dehnt sich und ist dadurch in der Lage einen Großteil der Energie des Sturzes aufzunehmen. Und damit kommen wir bereits auf den Sturzfaktor: Dieser Faktor ist entscheidend, wie hart ein Sturz für den Kletterer wird. Der Sturzfaktor kann berechnet werden, indem man die Sturzhöhe durch die ausgegebene Seillänge teilt. Beim Klettern kann höchstens ein Sturzfaktor zwei auftreten (jemand klettert von einem Standplatz weg und stürzt ohne Zwischensicherung) während bei einem Klettersteig durchaus Sturzfaktor sechs oder mehr auftreten kann. Dieser Aspekt sollte klar machen, dass man die Gefahren eines Klettersteigs nicht unterschätzen sollte.

Aber auch zu weit darf sich ein Kletterseil nicht dehnen. Wenn sich der Kletterer ins Seil hängt, sollte er nicht 3 m tiefer hängen. In vielen überhängenden Touren würde dies bedeuten, dass der Kletterer nicht mehr an die Wand rankommt.

Aber auf ein Seil kommen noch weitere Qualitätskriterien zu. Die Anzahl der Normstürze (80 kg statisch bei Sturzfaktor 1,75) und die Mantelverschiebung (0 mm) sind nur einige der geforderten Kriterien.

Bandschlingen werden in erster Linie dafür benötigt, um Standplätze oder Zwischensicherungen aufzubauen. Des weiteren sind sie vielseitig einsetzbar wie beim Verbinden von Sitz- mit Brustgurt. Für die Verwendung von Bandschlingen sind einige Punkte zu beachten:

Stabilität: Jeder der Kennfäden symbolisiert 500kp Tragfähigkeit. man sollte also darauf achten, dass eine Bandschlinge mindestens drei Kennfäden hat.

Bandschlingenknoten: Eine mit einem Sackstich verknotete Bandschlinge kann sich unter Belastung wieder öffnen. Deshalb muss unbedingt der Bandschlingenknoten angewandt werden (wie der gesteckte Sackstich, wird allerdings in die entgegengesetzte Richtung zurückgefädelt).

Weiter ist zu beachten, dass Bandschlingen statisch sind, also kaum Energie aufnehmen.

Reepschnüre finden vielerlei Anwendung. Wichtig ist zu wissen, dass Reepschnüre nicht wie dünnere Seile zu behandeln sind, sondern völlig andere Eigenschaften besitzen (sie sind beispielsweise statisch). Um die Belastbarkeit von Reepschnüren bestimmen zu können gibt es eine Rechenformel:


Durchmesser*Durchmesser*20

Nach dieser Formel hält eine 5mm Reepschnur 500kp (5*5*20)

Bandmaterial allgemein
An dieser stelle möchte ich nochmal daran erinnern, dass Bandmaterial hitzeempfindlich ist. Deshalb nie ein Seil durch eine Reepschnur oder Bandschlinge fädeln. Es ist auch immer darauf zu achten, dass nie ein Seil über ein anderes läuft.

Vor allem in Kletterhallen trifft man häufig auf die Situation, dass Kletterer ihr Seil unbeaufsichtigt hängen lassen und zwischendurch andere Kletterer die Tour mit ihrem eigenen Seil klettern. Beim Abseilen besteht dann allerdings die Gefahr, dass das Seil der zweiten Seilschaft über das hängende Seil läuft und dieses dann beschädigt. Wenn nun die zweite Seilschaft ihr Seil wieder abgezogen hat, dann erkennt dies die erste Seilschaft nicht und klettert womöglich an dem beschädigten Seil weiter.

Deshalb sollte man in Kletterhallen das Seil nie unbeaufsichtigt hängen lassen.
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